Kreis Konstanz Tourismuswirtschaft Bodensee belohnt gute Ideen

Der Verband der Tourismuswirtschaft Bodensee hat erstmals einen Innovationspreis vergeben. Der Hauptpreis geht an mehrere Verkehrsverbünde, die in neues Drei-Tages-Ticket für Bus, Bahn und Fähre eingeführt haben. Das Ticket gilt in Deutschland, der Schweiz und Österreich.

Der Verband der Tourismuswirtschaft Bodensee (VTWB) hat zum ersten Mal einen Innovationspreis verliehen. Dafür reichten Tourismusunternehmen und -organisationen aus den drei Anrainerländern des Bodensees 26 Projekte ein. Daraus ermittelte eine Jury fünf Preisträger in den Kategorien: Hauptpreis, Netzwerke, Maßnahmen für Mitarbeiter sowie touristische Unternehmensleistungen und zusätzlich einen Sonderpreis für soziales Engagement.

"Der Preis soll den touristischen Leistungsträgern als Motivation dienen, neue Angebote zu entwickeln", erklärt der Vorsitzende des VTWB, Werner Fritschi. Er sei bewusst so gestaltet, dass durch die Projekte länderübergreifende Netzwerke zwischen den Akteuren entstehen. Schon der VTWB setze sich über Ländergrenzen hinweg für die internationale Zusammenarbeit ein, sagt der Initiator der Preisvergabe, Thomas Willauer: "Wir möchten deutlich machen, dass die Tourismuswirtschaft ein wesentlicher Bestandteil des gesamten Wirtschaftsgefüges in der Bodenseeregion ist." Die Branche sei im Gegensatz zu manchen Vorurteilen innovativ und investitionsfreudig. Der VTWB möchte den Preis alle zwei Jahre vergeben.

Auch der SÜDKURIER hatte sich mit einem Projekt beworben: "Mit dem Printprodukt WinterSeeSon stellen wir den Winter am Bodensee in den Vordergrund", sagt der stellvertretende Anzeigenleiter, Tobias Gräser. In dem jährlich erscheinenden Heft können unter anderem Hotels gezielt in der Nebensaison mit Angeboten werben.

Unternehmensleistungen

Die besten Plätze, um Vögel zu beobachten: Die mobile App BirdsClub gibt Tipps für das Rheindelta. <b>(Symbolbild)</b>
Die besten Plätze, um Vögel zu beobachten: Die mobile App BirdsClub gibt Tipps für das Rheindelta. (Symbolbild) | Bild: I.Riegel

Der Preisträger in dieser Kategorie ist das Hotel am See im österreichischen Hard mit ihrer hauseigenen mobilen Anwendungssoftware „BirdsClub“. Da ein Einzelunternehmen prämiert wurde, falle die Kategorie und das damit verbundene Projekt im Hinblick auf den Aspekt der internationalen Zusammenarbeit etwas aus dem Rahmen, gibt Werner Fritschi zu. Eher spiele die Verknüpfung von Wasser und Natur eine tragende Rolle: Das Hotel hat als die zentrale Thematik das Rheindelta und die Zugvögel. Durch „BirdsClub“ kann der Besucher, unabhängig von Jahres- oder Tageszeit, die besten Vogelbeobachtungspunkte im Rheindelta am Bodensee ausmachen, so das Urteil der Jury. Das Angebot sei dabei keinesfalls einmalig, sagt Verbandsvorsitzender Fritschi und fügt an: „Jeden Monat gibt es ein anderes Thema und einen anderen Vogel.“
 

Netzwerke

Die Mainau ist ein attraktives Ausflugsziel und außerdem Mitglied im Verein Bodenseegärten.
Die Mainau ist ein attraktives Ausflugsziel und außerdem Mitglied im Verein Bodenseegärten. | Bild: Luftbild: Manfred Grohe

In dieser Kategorie entschied sich die Jury bei der Preisvergabe für den Verein Bodenseegärten. Die Kooperation vernetzt und vermarktet die Gärten und Parks in der Vierländerregion rund um den Bodensee. Dabei besteht der Verein aus mehreren Partnern am Bodensee: Touristische Leistungsträger wie die Insel Mainau oder das Schloss Arenenberg in der Schweiz. "Die Zusammenarbeit der Akteure in diesem Projekt hatte viele Facetten: Eine eigene Webseite, ein eigenes Logo und Handzettel zu verschiedenen Veranstaltungen, wie die "Nacht der offenen Gärten"", sagt Werner Fritischi.

Darüber hinaus zeige das Projekt, wie vielfältig der Gartenbau rund um den Bodensee ist. Von den Bodenseegärten profitieren Gäste, Einheimische, Gartenliebhaber und dem Tourismus nahestehende Wirtschaftszweige, heißt es in der Begründung der Jury.

 

Hauptpreis

Sonnenuntergang auf der Fähre Tabor von Konstanz nach Meersbrug: Reisende können mit dem Drei-Tages-Pass einen Kurzurlaub am Bodensee planen.
Sonnenuntergang auf der Fähre Tabor von Konstanz nach Meersbrug: Reisende können mit dem Drei-Tages-Pass einen Kurzurlaub am Bodensee planen. | Bild: Jörg-Peter Rau

An dieser Stelle zeichnete der Verband ein Konzept aus, das den gesamten Bodensee einbezieht: den „Drei-Tages-Pass Tageskarte Euregio Bodensee“. Das Projekt beeindruckte die Jury in zweierlei Hinsicht. Zum einen war es das Produkt selbst: Mit dem Ticket können sowohl Gäste als auch Einheimische die nähere Bodenseeregion mit Bus, Bahn und Fähren in Deutschland, der Schweiz und Österreich nutzen, so der Vorsitzende des VTWB. „Genau diese Tatsache war uns bei der Entscheidung für das Drei-Länder-Ticket besonders wichtig“, sagt Werner Fritschi. Ebenso überzeugte die Jury das internationale Netzwerk der beteiligten Akteure: Der Anbieter des Tickets ist eine Gemeinschaft von Verkehrsunternehmen und Tarifverbund-Organisationen aus den drei Anrainerländern. Außerdem werde mit der Ausrichtung auf drei Tage auch der Übernachtungs-Tourismus gefördert, heißt es in der Begründung der Jury.

 

 

Maßnahmen für Mitarbeiter 

Fachkräfte sind gefragt: Das Projekt Micelab Experts setzt auf Aus- und Weiterbildung. <b>(Symbolbild)</b>
Fachkräfte sind gefragt: Das Projekt Micelab Experts setzt auf Aus- und Weiterbildung. (Symbolbild) | Bild: woodapple/adobe.stock.com

Die Kategorie steht für Innovationen im Bereich der Aus- und Weiterbildung sowie die Qualifizierung von Fachkräften. Auch an dieser Stelle ging der Preis an ein internationales Netzwerk: das "BodenseeMeeting", eine Vermarktungs- und Interessengemeinschaft, die sich seit 20 Jahren um die stete Weiterentwicklung der Bodenseeregion als Tagungs- und Kongresslandschaft kümmert. "Das eingereichte Projekt mit dem Namen Micelab Experts hat die Weiterentwicklung der Mitarbeiter im Fokus", erklärt Werner Fritschi. Dadurch solle zum einen der professionelle Umgang mit Kunden, zum anderen die Freude am Beruf erhöht werden. Die Jury räumte diesem Projekt einen besonderen Stellenwert ein: In Zeiten des Fachkräftemangels werde die Aus- und Weiterbildung von qualifizierten Mitarbeitern immer wichtiger.

 

Sonderpreis soziales Engagement

Golf spielen und zwar mit einem Fußball: Das ist auf den Anlagen des Seepark-Golfs durchaus möglich.
Golf spielen und zwar mit einem Fußball: Das ist auf den Anlagen des Seepark-Golfs durchaus möglich. | Bild: Jasmin Lotter

Zusätzlich zu den ausgezeichneten Projekten entschied sich die Jury spontan, einen Sonderpreis für soziales Engagement auszugeben. Diese spezielle Auszeichnung ging an die Werkstättle gGmbH. Sie ist Betreiberin der Golfanlagen "Seepark-Golf" in Pfullendorf. Die Firma hat die Beschäftigung benachteiligter Menschen ins Zentrum gestellt. "Der Seepark-Golf bietet Arbeitsplätze für Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance mehr haben", sagt Werner Fritschi. Dazu zählen Langzeitarbeitslose und behinderte Menschen. Dadurch werde soziales Engagement mit Tourismus verbunden. Die Golfanlage bietet zwei Arten von Golf an: Beim Abenteuer-Golf sind auf 18 Bahnen technische Neuheiten, wie eine Seilbahn oder ein Aufzug verbaut. Beim Fussball-Golf benutzt der Besucher hingegen das runde Leder, um zu punkten.

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