Kreis Konstanz Teilzeitausbildung für Alleinerziehende

Ein neues Projekt verhilft alleinerziehenden Frauen zu einer beruflichen Perspektive

Alleinerziehende Frauen ohne abgeschlossene Berufsausbildung haben auf dem Arbeitsmarkt wenig Chancen. Ein neues Förderprogramm will diesen Personenkreis nun auch im Landkreis Konstanz gezielt unterstützen. Das Motto lautet: Kind plus Ausbildung gleich Zukunft. Das Projekt Artemis will eine Teilzeitausbildung für Alleinerziehende bieten. Artemis ist ein landesweites Kooperationsprojekt der Werkstatt Parität, der Diakonie Württemberg und dem Paritätischen Baden-Württemberg und wird an neun Standorten von verschiedenen Trägern – im Kreis Konstanz unter anderem vom Pestalozzi-Kinder- und Jugenddorf Wahlwies, durchgeführt. Gefördert wird Artemis durch die Europäische Union und das baden-württembergische Sozialministerium sowie durch das Jobcenter Konstanz.

Die Projekt-Verantwortlichen gehen von der Erfahrung aus, dass sich eine klassische Berufsausbildung in Vollzeit für die meisten Mütter vor allem mit kleinen Kindern nicht realisieren lässt. „Bereits seit 2005 gibt es laut Berufsausbildungsgesetz die Möglichkeit zur Teilzeitausbildung, leider ist das weder den Betroffenen noch den Firmen ausreichend bekannt“, erklärt Stefanie Gasch, die Leiterin der zu Jahresbeginn im Pestalozzi-Kinderdorf Wahlwies eingerichteten Artemis-Fachstelle für Teilzeitausbildung, in einer Pressemitteilung. Gasch will junge Mütter und Ausbildungsbetriebe zusammenbringen und bei der Durchführung einer Teilzeitausbildung unterstützen. „Die Frauen werden nicht ins kalte Wasser geworfen. In einer mehrmonatigen Vorbereitungsphase werden sie fit gemacht für den neuen Alltag mit Beruf und Kind und in Praktika die Eignung für den Beruf getestet.

Im besten Fall finden auf diesem Wege Firma und Auszubildende zueinander“, erläutert Stefanie Gasch. Neben dem Vorpraktikum gibt es Kurseinheiten, in denen EDV-Grundlagen vermittelt werden oder Schulwissen aufgefrischt wird. Auch lebenspraktische Fragen wie die Kinderbetreuung sowie die Sicherung des Lebensunterhalts während der Ausbildungszeit werden im Vorfeld geklärt. Im September starten die jungen Frauen dann gemeinsam mit den Vollzeit-Azubis in das erste Ausbildungsjahr. Die betriebliche Arbeitszeit wird in individuellen Absprachen auf 25 bis 30 Wochenstunden reduziert.

Auf Infoveranstaltungen wird das Projekt vorgestellt. Das Jobcenter lädt potenzielle Teilnehmerinnen ein. Die Veranstaltung steht aber allen Interessierten offen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. „Ich freue mich, wenn viele Frauen den Mut fassen, auf diesem Wege ihren Traum von einer Ausbildung zu verwirklichen.“, betont Gasch.

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