Ob es nun ein Blitzeinschlag oder ein Ast auf der Oberleitung war, der den Zugverkehr am späteren Sonntagabend zwischen Konstanz und Radolfzell lahmlegte, dürfte für die betroffenen Fahrgäste von acht Zugverbindungen in beiden Richtungen nachrangig sein. Sie mussten mit der Situation zurechtkommen, dass sie Opfer des Sturmes wurden, immerhin gab es aber keine Verletzten.

Für die Bahn stellt sich die Situation etwas anders dar als für die Bundespolizei. Laut deren Pressesprecher Christian Werle wurde die Bundespolizei um 21.10 Uhr von der Konstanzer Polizei und der Rettungsleitstelle Radolfzell informiert, dass es einen lauten Knall am Radolfzeller Bahnhof gegeben habe. Betroffen war der Regionalexpress nach Offenburg, der um 20.40 Uhr in Konstanz abgefahren war. Der Polizei wurden Äste am Stromabnehmer gemeldet, die beim Kontakt mit der Oberleitung Funken schlugen. Die Bahn habe im Radolfzeller Bahnhof den Strom am Zug abgestellt, 80 Personen mussten aussteigen.

In Gegenrichtung ist Markelfingen Endstation

In der Gegenrichtung habe zu dieser Zeit langsam ein Zug nach Konstanz den Radolfzeller Bahnhof verlassen, da zunächst nur die Fahrtrichtung Singen betroffen gewesen sei. In der Nähe des Markelfinger Campingplatzes sei auch für diesen Zug mit 100 Fahrgästen auf offener Strecke Endstation gewesen und nun war auch die Fahrtrichtung Konstanz gesperrt. Ein Ast sei wegen des Sturmes in die Oberleitung geraten. Anderthalb Stunden lang hätten die Fahrgäste im Zug ausharren müssen, bis Mitarbeiter der Bahn und ein Notfallmanager den Ast beseitigt hatten. Dann ging die Fahrt zurück nach Radolfzell, wo die Passagiere etwa um 23 Uhr aussteigen mussten.

Etwa 40 von ihnen mussten laut Christian Werle ausharren, bis sie im Lauf der Nacht überwiegend privat abgeholt wurden. Etwa gegen drei Uhr seien die letzten Gestrandeten abgeholt worden. Ein Schienenersatzverkehr (SEV) ließ sich laut der Pressestelle der Deutschen Bahn in Stuttgart in der Kürze der Zeit nicht organisieren. Um 4.30 Uhr wurde die Strecke wieder freigegeben, erläutert Christian Werle.

Laut Bahn ist ein Blitzeinschlag der Anfang des Übels

Den eigentlichen Ablauf schildert die Bahnpressestelle ähnlich. Allerdings sei der Regionalexpress in Richtung Offenburg kurz vor Radolfzell nicht von einem Ast, sondern einem Blitz getroffen worden. Für die Passagiere habe keine Gefahr bestanden, weil ein Zug ähnlich einem Auto wie ein Käfig wirkt und die Elektrizität ableitet. Über den Vorfall mit dem Zug bei Markelfingen sei der Pressestelle noch nichts bekannt gewesen. Die Fahrgäste des um 21.10 Uhr in Radolfzell stillgelegten Regionalexpress' seien um 23.21 Uhr ab Singen mit einem Ersatzzug nach Offenburg gefahren, wo sie um 1.29 Uhr angekommen seien.

Der Einsatz von Rettungskräften und der Bundespolizei war offenbar nicht erforderlich.