Konstanz So lernen Schüler mit neuen Medien

Tablets schon für Grundschüler? Das Konstanzer Kreismedienzentrum ist Ansprechpartner für Schulen, wenn um den Einsatz von Medien im Unterricht geht. Thorsten Rees, der neue Leiter der Einrichtung, ist sicher: Der Stellenwert der Medienbildung wächst.

Kreis Konstanz – In alten Zeiten gab es eine Kreisbildstelle, bei der sich Schulen Filme ausleihen konnten, wenn Lehrer einmal etwas Abwechslung in den drögen Frontalunterricht bringen wollten. Längst heißt die im Konstanzer Landratsamt untergebrachte Serviceeinrichtung Kreismedienzentrum und sie liefert auf Wunsch den Schulen Konzepte für das Lernen mit Medien und das Lernen über Medien im weitesten Sinne. Der Filmverleih für pädagogische Zwecke ist nur noch ein Segment im Angebotskatalog des Kreismedienzentrums. Und das dürfte in den kommenden Jahren eine immer geringere Rolle spielen. Da ist sich Thorsten Rees sicher. Der Lehrer und Fachmann für Medienpädagogik begleitet bereits seit 2002 Schulen im Landkreis bei der Umsetzung von Medienprojekten im Unterricht, und er zeigt, wie neue Medien eingesetzt werden können. Zu Beginn des Schuljahrs 2017/18 hat Rees die Leitung des Kreismedienzentrums übernommen, nachdem der bisherige Chef Gert Egle in Ruhestand gegangen war.

Thorsten Rees sieht das Kreismedienzentrum auf dem Weg in eine neue Zukunft. Die Einrichtung soll zentraler Ansprechpartner für alle Schulen im Kreisgebiet sein. "Wir müssen stärker in die schulische Beratung gehen", sagte 44-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung. Im vergangenen Jahr hat das baden-württembergische Kultusministerium in neuen Bildungsplänen die Medienbildung in allen Schularten festgeschrieben. Seither ist die Kompetenz von Thorsten Rees und den Teammitgliedern Marius Görlitz, Jochen Rick und Jörg Strecker noch gefragter.

Denn auch Grundschulen müssen bereits Konzepte für die Medienbildung entwickeln. Kinder sollen beispielsweise lernen, wie sie die gedruckte Zeitung als Informationsmittel nutzen können und wie das Internet. Ist mit Unterstützung des Kreismedienzentrums ein solches Konzept ausgearbeitet, geht es anschließend um die technische Ausstattung einer Schule, damit PCs oder Tablets im Unterricht auch eingesetzt werden können. Hierbei leistet dann der Schulnetzberater des Konstanzer Kreismedienzentrums Hilfestellung.

Es sei natürlich nicht möglich, alle Schulen aller Schularten im Landkreis gleichzeitig zu beraten, sagt der neue Leiter des Kreismedienzentrums. Derzeit konzentriere man sich auf den Grundschulbereich. Hier kann Rees auch auf ein Vorzeigeprojekt verweisen. So testet die Konstanzer Haidelmoosschule seit drei Jahren als Referenzschule, wie sich der Umgang mit digitalen Medien und die Aufklärung über Chancen und Risiken der digitalen Welt in den Unterricht integrieren lassen. Zwischenzeitlich war der Referenzstatus gefährdet. Es ging um die Finanzierung einer umfassenden digitalen Vernetzung in den Klassenzimmern der Haidelmoosschule, die bis dahin nur einen Computerraum hatte. Inzwischen ist ein Kompromiss gefunden. Thorsten Rees hält den Einsatz von Tablets in Grundschulen für sinnvoll. Es handele sich um gute technische Werkzeuge, um die Medienbildung voranzutreiben.

Und für ihn ist wichtig: "Schulen müssen Antworten geben in der digitalisierten Welt." Und Kinder müssten da abgeholt werden, wo sie sind. Sicher ist, dass auch die Grundschulträger viel Geld investieren müssen, wenn sie die technischen Voraussetzungen für eine umfassende digitale Vernetzung der Schule schaffen wollen. Wollte die Stadt Konstanz alle sieben Grundschulen entsprechend ausstatten, würde das laut Berechnung der Verwaltung eine Million Euro kosten.

Lehrer im Einsatz

Das Kreismedienzentrum im Landratsamt Konstanz ist nicht nur Ansprechpartner für Konzepte zur Medienpädagogik und Medienbildung. Die Einrichtung ist auch zentrale Anlaufstelle in Fragen des Jugendmedienschutzes. Thorsten Rees, der Leiter der Einrichtung, und seine drei Teamkollegen sind nicht beim Landkreis Konstanz angestellt. Sie sind Lehrer, die von ihren Schulen für die Tätigkeit im Kreismedienzentrum freigestellt worden sind. Die telefonische Kontaktaufnahme zum Kreismedienzentrum ist möglich unter der Rufnummer (0 75 31) 800 1370.

Informationen im Internet: www.kreismedienzentrum-konstanz.de

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