Geradezu erleichtert soll der Fahrer eines Reisebusses über eine Überprüfung beim Schwerverkehrskontrollzentrum in Schaffhausen gewesen sein. Brachte sie ihm doch neben allerlei Unannehmlichkeiten auch endlich die Chance auf etwas Ruhe. So lässt sich eine Mitteilung der Schaffhauser Polizei verstehen.

Der osteuropäische Fahrer soll angegeben haben, von seinem Chef zu Verstößen gegen Arbeitszeitregeln getrieben zu werden. Dadurch könne der Arbeitgeber zusätzliche Fahrer einsparen. Bei der Überprüfung des Busses haben die Schaffhauser Polizisten massive Verstöße im Bereich der Arbeits-, Lenk- und Ruhezeiten festgestellt. So soll der Fahrer in der Kontrollperiode von 28 Tagen an nur zwei Tagen eine verkürzte wöchentliche Ruhezeit von jeweils 24 Stunden eingelegt haben.

An allen anderen 26 Tagen sei er als Fahrer tätig und in ganz Europa mit verschiedenen Reisegruppen unterwegs gewesen. In der längsten verzeichneten Zeitspanne habe der Mann den Reisebus während fast 35 Stunden gefahren. Neben einigen wenigen kurzen Pausen habe er nur einmal einen Halt von fünf Stunden eingelegt.

Manipulationen mit der Fahrerkarte

Um die massiven Verstöße bei den Arbeits-, Lenk- und Ruhezeiten zu vertuschen, soll der Mann unter anderem eine Fahrerkarte eines anderen Fahrers benutzt haben, er habe teilweise gar keine Fahrerkarte und gefälschte Belege verwendet. Die fremde Fahrerkarte sei zum Teil über einen Zeitraum von über vier Tagen hinweg ununterbrochen eingesetzt worden.

Der Busfahrer musste nach Angaben der Schaffhauser Polizei im Vorgriff auf eine mögliche Strafe eine Sicherheitsleistung von mehreren tausend Franken hinterlegen und wurde angezeigt. Im Weiteren muss er eine verlängerte, wöchentliche Ruhezeit einlegen. Die fremde Fahrerkarte wurde eingezogen.

Immer wieder Mängel an Reisebussen

Neben Verstößen wie diesen ziehen die Beamten am Schwerverkehrskontrollzentrum immer wieder Fahrzeuge mit gravierenden technischen Mängeln aus dem Verkehr. Allein am vergangenen Wochenende seien 17 von 22 kontrollierten Reisebussen wegen vielerlei Mängel beanstandet worden.