Die Erde bedarf unseres Schutzes. Das hat nicht erst die Jugendbewegung Fridays for Future erkannt. Der Ideenwettbewerb für Schüler „Beschützer der Erde“ fand nach 2014 zum zweiten Mal statt. Im Palmenhaus auf der Insel Mainau wurden die Sieger in vier Kategorien geehrt. Der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ausgerichtete Wettbewerb wurde zusammen mit dem Max-Planck-Institut (MPI) für Ornithologie in Radolfzell-Möggingen ausgerichtet.

Die rund 100 teilnehmenden Klassen der Mittelstufe aus ganz Deutschland haben gezeigt, dass sich Schüler – sofern von engagierten Lehrern unterstützt – auch während der Schulzeit für ihre Umwelt einsetzen wollen und können. Beim Radolfzeller MPI haben Kinder und Jugendliche bereits seit vielen Jahren die Möglichkeit, sich in ihrer Freizeit mit Natur und Umwelt auseinanderzusetzen.

Junge Botschafter für das weltweite Icarus-Projekt

So sind auch die drei Konstanzer Miriam, Zacary und Jasper als ehrenamtliche Botschafter für das Icarus-Weltraumprojekt unterwegs. Die auf der Internationalen Raumstation (ISS) montierte Icarus-Forschungsantenne ermöglicht, die weltweiten Wanderbewegungen von mit einem Sender ausgestatteten Tieren zu beobachten. Die Schulklassen nutzen Senderdaten und Satellitenbilder, um Lebensräume zu erforschen und Tiere zu schützen.

Der Sieger im Lebensraum „Felder & Wiesen“ ist das Neue Gymnasium Oldenburg mit seinem Projekt „Storch, wie geht es Dir?“, in „Städte & Dörfer“ gewann das Kardinal-Frings-Gymnasium, Bonn, mit „Lichtverschmutzung in Bonn“, in „Gewässer“ kam die Comenius-Schule, Berlin, mit „Weniger Plastik ist Meer“ auf Platz eins und in „Wälder“ siegte das Gymnasium Papenburg mit „Die Vögel retten sich – und uns!“.

Mainau-Geschäftsführerin Bettina Gräfin Bernadotte sät mit Schülern des Neuen Gymnasiums Oldenburg Blumensamen, die in der internationalen Raumstation ISS um die Erde geflogen waren.
Mainau-Geschäftsführerin Bettina Gräfin Bernadotte sät mit Schülern des Neuen Gymnasiums Oldenburg Blumensamen, die in der internationalen Raumstation ISS um die Erde geflogen waren. | Bild: Nikolaj Schutzbach

Besonders beeindruckend ist die Smartphone-App, mit der jeder seinen individuellen Beitrag zur Plastikvermüllung der Weltmeere bestimmen kann. Diese hatten zwei Klassen für Autisten an der Comenius-Schule erstellt. Die Papenburger programmierten eine App zur Früherkennung von Waldbrandgefahren, wobei die Bewegungsdaten von Vögeln ausgewertet werden.

Die Oldenburger werteten die Veränderungen von Zugvögelrouten durch Gefahren und Schäden auf der Erde aus. Den Gesamtsieg errang das Bonner Kardinal-Frings-Gymnasium. Deren Schüler hatten die Störung von Kanarienvögeln durch künstliche Lichtquellen untersucht und Lösungsvorschläge zur Vermeidung erarbeitet. Mit dem Gesamtsieg ist der Besuch des Sommercamps von Maxcine verbunden, dem Zentrum für Kommunikation und Austausch am Mögginger MPI.

Drei Schüler erzählen von ihrer Arbeit am Mögginger Maxcine

Dann könnten sie wieder auf Miriam, Zacary und Jasper treffen, die dort eifrig mithelfen. Die 17-jährige Miriam ist bereits seit drei Jahren Icarus-Botschafterin. Darauf gestoßen war sie, als sie einen Praktikumsplatz suchte und in einer Jugendgruppe mitarbeitete.

„Das ist dann irgendwie ineinander übergegangen. Ich habe mich schon immer für Vögel interessiert. Ich liebe die Feldarbeit. Mir gefällt es, an ungewöhnlichen Orten und zu ungewöhnlichen Uhrzeiten tätig zu sein; und dass man plötzlich in einem Flugzeug sitzt. Wenn man etwas Seltenes sieht, ist die Freude groß. Wir diskutieren ewig und können uns dabei richtig verzetteln. Hier treffe ich Leute, die so ticken wie ich selbst; die findet man in der Schule eher nicht. Vor Kurzem habe ich bei einem Biologie-Symposium im Bodenseeforum einen Vortrag vor 500 Wissenschaftlern auf Englisch gehalten. Da war ich richtig nervös. Ich bin mit dem Abitur fertig. Ich hatte überlegt, Biologie zu studieren; aber das ist so theoretisch. Ich will etwas Praktisches machen und überlege eine Ausbildung zum Revierjäger zu machen“, erzählt Miriam.

Zacary hilft im Maxcine bereits seit neun Jahren mit. „Meine Mutter arbeitet im MPI. Ich bin daher immer mit ihr mitgegangen. Ich habe schon früher an Workshops mitgemacht. Ich möchte später schon etwas mit Biologie und Vögeln machen, vielleicht Verhaltensforschung“, sagt der 13-Jährige über seine Zukunftspläne.

Wie Zacary ist auch der elfjährige Jasper als kleines Kind zum Maxcine gestoßen. Vor acht Jahren kam er über seinen älteren Bruder dazu. „Daher wollte ich auch dort hin. Ich bleibe dabei, weil es Spaß macht und mich Tiere interessieren. Mein schönstes Erlebnis: Als ich das erste Mal einen Vogel in der Hand hatte. Das war ein tolles Gefühl. Ich will entweder Astronaut oder Meeresbiologe werden“, erzählt Jasper.