Diese Aktion sprengte alltägliche Dimensionen: 300 Einsatzkräfte von Landes- und Bundespolizei, bayerischem Grenzschutz und Eidgenössischer Zollverwaltung sind zu Sonderkontrollen am Bodensee ausgerückt. Innerhalb von 24 Stunden machten sich mobile Teams an vielen verschiedenen Orten zwischen Konstanz, Sigmaringen und Friedrichshafen ans Werk. Rein statistisch betrachtet sieht die im Nachhinein vom Polizeipräsidium Konstanz bekanntgemachte Bilanz so aus: 1100 Personen wurden überprüft, 230 Fahrzeuge (darunter 14 Reisebusse) unter die Lupe genommen. Die Polizisten überprüften Bordelle, Tabledance-Bars und Gaststätten. Und sie kontrollierten auch Bewohner in Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge.

36 Straftaten aufgedeckt

Das Konstanzer Polizeipräsidium listet am Ende 36 aufgedeckte Straftaten. Die Kontrolleure fanden Rauschgift, deckten illegale Einreisen und illegalen Waffenbesitz auf und legten wegen einer Steuerschuld einen Bus aus dem Kosovo still. Doch die Leistungsbilanz in der Bekämpfung von Kriminalität ist nicht alles. Georg Sigg, Vizepräsident des Polizeipräsidiums Konstanz, verwies in einer Mitteilung auf einen Nebeneffekt des sogenannten Sicherheitstags: "Mit diesen Maßnahmen stärken wir auch das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung." Die Großkontrollen standen unter dem Leitthema "Kriminalität durch und an Zuwanderer(n)". Eine Erklärung für diese Fokussierung lieferte das Polizeipräsidium auf Anfrage. Das Leitthema sei in der Grenzlage naheliegend: "Die Kriminalität, begangen durch und an Zuwanderern (sowohl Täter- als auch Opferperspektive) hat in unserer täglichen Arbeit Bedeutung." Die Zielgruppe umfasse Zuwanderer generell, nicht nur Flüchtlinge.

Haftbefehl gegen Asylbewerber

Wo Zuwanderer zu Opfern werden? Etwa wenn sie in illegalen Beschäftigungsverhältnissen ausgebeutet werden, erläuterte das Polizeipräsidium. Und wann werden Zuwanderer zu Straftätern? Beispielsweise, wenn sie mit Drogen handeln. Gegen einen Tatverdächtigen, der in einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge wohnt, erwirkten die Kontrolleure einen Haftbefehl.