Was ist zu tun, wenn es im grenznahen Singener Bahnhof zu einem terroristischen Anschlag kommt? Wie sollte die auf deutscher Seite federführende Bundespolizei mit dem deutschen Zoll und der Schweizer Zollverwaltung zusammenarbeiten?

Einheiten aller drei Organisationen sind beteiligt, wenn in der Nacht zum Donnerstag, 18. Juli, auf dem Singener Bahnhofsareal der Einsatz bei einem Anschlagsszenario geübt wird. Die Bundespolizeiinspektion Konstanz hat in einer Medienmitteilung schon einmal vorgewarnt: „Während der Übung kann es durch die Simulation von Schüssen und Explosionen zu Knallgeräuschen rund um den Bahnhof Singen kommen.“

200 Statisten und Einsatzkräfte sind dabei

Eine Vielzahl von Statisten wirkt laut Bundespolizei bei der Übung mit. Statisten, Spezialkräfte der Polizei, Zöllner aus der Schweiz und aus Deutschland: Insgesamt werden etwa 200 Personen beteiligt sein. Durch die nächtliche Übungszeit – außerhalb der Bahnbetriebszeiten im Bahnhof Singen – seien die Auswirkungen auf den Zugverkehr gering, so heißt es.

Reisende werden gebeten, die Hinweise und Lautsprecheransagen vor Ort zu beachten. Für die Zeit von 1 Uhr bis 4 Uhr sperrt die Bundespolizei Teile des Singener Bahnhofes sowie die dazugehörigen Unterführungen mit Sichtschutzzäunen für die Öffentlichkeit ab.

Informationen per Telefon und auf Twitter

Ein Bürgertelefon, Rufnummer (0 75 31) 12 88 103, wird während der Übung geschaltet. Auch auf Twitter (@bpol_bw) gibt die Bundespolizei vor und während der Übung Informationen an das interessierte Publikum. Zu lesen sein dürften möglicherweise Sätze wie: „Wir bauen jetzt auf; wir fangen jetzt an, die Übung ist beendet.“ Die Bundespolizei führte eine vergleichbare Übung zuletzt im Bahnhof in Kehl an der Grenze zu Frankreich durch.

Zuschauer sind nicht erlaubt

Während der Übung lassen sich die Einsatzkräfte übrigens nicht über die Schulter schauen. Auch Medienvertreter erhalten nach Angaben der Bundespolizeiinspektion keinen Zugang zum Einsatzort. Der Bahnhof bleibt abgeriegelt. Eine Beobachtung des Geschehens sei aus einsatztaktischen Gründen nicht möglich. Dennoch will die Polizei nahe beim Einsatzort eine mobile Pressestelle einrichten.