Konstanz Notarzteinsätze: Ausrückzeit ist nicht alles

Notärzte brauchen im Landkreis Konstanz oft zu lange zum Ausrücken: Trotz dieser Kritik sieht DRK-Kreisvorsitzender Frank Hämmerle das Rettungswesen am westlichen Bodensee weit vorne.

Wenn Notärzte zu einem Einsatz angefordert werden, dauert es oft zu lange, bis sie tatsächlich losfahren. Nach dem jüngst präsentierten Qualitätsbericht 2016 für den Rettungsdienst in Baden-Württemberg fährt bei der Hälfte aller Einsätze der Notarzt erst zwei Minuten nach der Alarmierung los. Daran entzündete sich Kritik der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Notärzte. Der SWR zitierte in diesem Zusammenhang nicht nur den Vorsitzenden der Notärzte-AG Eduard Kehrberger, der die Werte als "inakzeptabel hoch" bezeichnete. Der Sender identifizierte auch die Schlusslichter bei den Ausrückzeiten. Einen von drei hinteren Plätzen unter den 34 Rettungsdienstbereichen im Land belegt demnach der Landkreis Konstanz, wo das Deutsche Rote Kreuz wichtiger Träger des Rettungswesens ist.

Der Vorsitzende des DRK-Kreisverbands, Landrat Frank Hämmerle, hat in einer Mitteilung bestätigt, dass die Ausrückzeit der Notärzte im Landkreis durchschnittlich knapp über drei Minuten betrage. Nicht berücksichtigt worden sei bei der Bewertung allerdings, dass der Notarzt oft zu Hause oder im Krankenhaus abgeholt werden müsse. Ohnehin ist die Ausrückzeit der Notärzte für den DRK-Chef wichtig, aber nicht alles. "In den meisten Fällen hat dies keinen Einfluss auf die Einhaltung der Hilfsfrist", so Hämmerle.

Entscheidend sei, wann Notarzt und Sanitäter beim Patienten eintreffen. "In dieser Hinsicht steht der Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg gut da. Hämmerle rechnet vor, die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist von 15 Minuten zwischen Notruf und Eintreffen des Notarztes beziehungsweise Rettungswagens müsse in 95 Prozent der Fälle eingehalten werden. Die Retter am westlichen Bodensee hielten diese Hilfsfristen in mehr als 94 Prozent ein. "Bei den Notärzten erfüllte der Landkreis Konstanz 2016 damit die viertbeste Quote", heißt es in der Stellungnahme des DRK-Kreisvorsitzenden. Bei den Rettungswagen liege der Landkreis immerhin auf Platz zehn von 34. Im vergangenen Jahr rückten Notfallmediziner im Kreisgebiet 7300 Mal zu Einsätzen aus. Bei der Vorstellung des Qualitätsberichts für den Rettungsdienst im Innenministerium sprach auch Minister Thomas Strobl Unterschiede an einigen Punkten in der Rettungskette an. "Wenn für die gleiche Tätigkeit in unterschiedlichen Rettungsbereichen erkennbar zeitliche Unterschiede bestehen, dann müssen wir dieses Qualitätsgefälle bereinigen", heißt es in einer Mitteilung Strobls. Das müsse von allen Beteiligten jetzt analysiert und das Potenzial für die Patienten dann auch gehoben werden. Der Minister unterstrich den Wert der Transparent aus notwenige Voraussetzung zur Qualitätssicherung. Für den Qualitätsbericht für den Rettungsdienst werden Daten der Rettungsdienste in ganz Baden-Württemberg erfasst und ausgewertet.

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