Von einer Fasnachtssaison 2017/18 ohne größere Zwischenfälle und einem Gespräch am Runden Tisch bei Innenminister Thomas Strobl konnte Rainer Hespeler als Präsident der Narrenvereinigung Hegau Bodensee (NVHB) gestern beim Gesamtkonvent in der Eugen-Schädler-Halle in Ehingen berichten.

Anlass für das Gespräch waren die Probleme der Zünfte mit dem Landratsamt Schwarzwald-Baar über die straßenrechtlichen Genehmigungen für Brauchtumsveranstaltungen. Die Narren beklagten, dass geforderte Streckenposten bei Umzügen, Vorschriften für Umzugswagen und steigende Bürokratie für sie nicht zu bewerkstelligen seien.

Hoffen auf Kompromiss mit dem Innenministerium

Bereits beim Konvent im vergangenen Jahr war das ein Punkt der Tagesordnung. Obwohl in der Straßenverkehrsordnung geregelt sei, „dass kleinere, örtliche Brauchtumsveranstaltungen keiner Genehmigung bedürfen, war die Behörde nicht bereit, uns in diesem Punkt entgegen zu kommen“, erläuterte Hespeler.

Auf Grund der unterschiedlichen Interpretationen des einschlägigen Paragraphen hatte er mit weiteren Verbänden einen Runden Tisch angestrebt mit dem Ziel, Vereinfachungen für die Zünfte zu erlangen.

Applaus für ein neues Gesicht in den Reihen der Landvögte: Ulrike Wiese ist seit Oktober erste Landvögtin der Narrenvereinigung und zuständig für die Landschaft Rosenegg. Manfred Knopf (l.) und Raily Mink finden's gut. Bilder: Christel Rossner
Applaus für ein neues Gesicht in den Reihen der Landvögte: Ulrike Wiese ist seit Oktober erste Landvögtin der Narrenvereinigung und zuständig für die Landschaft Rosenegg. Manfred Knopf (l.) und Raily Mink finden's gut. Bilder: Christel Rossner

„Das Innenministerium hat das Anliegen sehr ernst genommen, Innenminister Strobl hatte zu diesem Gespräch auch Vertreter des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, des Normenkontrollrates und den Inspekteur der Polizei geladen“, berichtete Hespeler von dem Treffen im Innenministerium. Konkrete Maßnahmen wurden schriftlich vereinbart, bei einem erneuten Treffen im Ministerium wurde geprüft, ob die Maßnahmen umgesetzt wurden.

Weiteres Treffen im Ministerium nach Ostern 2019

Mittlerweile hätten sich auch der Städtetag und der Gemeindetag Baden-Württemberg eingeklinkt, die nach einer noch großzügigeren Lösung streben. Wie Hespeler mitteilte, ist ein weiteres Treffen nach Ostern 2019 geplant. Er hofft, dass die entsprechenden Erleichterungen bis zur Fasnacht 2020 greifen. In seine Begrüßung schloss Hespeler die Quakenzunft Ehingen als Ausrichter ein.

Für den Vorstand gab es Entlastung, und Säckelmeister Frank Rehm verkündete einen soliden Kontostand, er fügte gleich hinzu, dass der für das Fasnachtsmuseum auch gebraucht werde.

Applaus für die erste Landvögtin

Ein besonderer Gruß galt Ulrike Wiese, sie übernahm den Platz von Landvogt Herbert Schober und ist somit erste Landvögtin der NVHB und zuständig für die Landschaft Rosenegg. „Damit ist die letzte Männerdomäne geknackt“, sagte sie dem SÜDKURIER.

Rainer Hespeler als Präsident der Narrenvereinigung (re.) gratuliert Mario Böhler, Präsident der Narrengesellschaft Niederburg Konstanz, die nun wieder Vollmitglied ist.
Rainer Hespeler als Präsident der Narrenvereinigung (re.) gratuliert Mario Böhler, Präsident der Narrengesellschaft Niederburg Konstanz, die nun wieder Vollmitglied ist.

Mit der Narrengesellschaft Niederburg Konstanz hat die NVHB auch ein weiteres Vollmitglied. „Wir waren brav“, erinnerte Präsident Mario Böhler daran, dass seine Zunft bis vor 29 Jahren Vollmitglied war, auf eigenen Wunsch zurücktrat und nach 27 Jahren wieder als Vollmitglied aufgenommen werden möchte.

Museum kooperiert mit der Uni

Wie Michael Fuchs als Präsident des Fasnachtsmuseums Schloss Langenstein berichtete, steht das Projektbüro in Kooperationsverhandlungen mit der Uni Konstanz (Bereich Mensch, Computer, Interaktion). Auf dem Weg zu einem Museum 4.0 seien auch schon digitale Prototypen entstanden. Mit der Zusicherung von 100 000 Euro vom Landkreis sieht Fuchs auch weitere Möglichkeiten von Fördergeldern. Nicht ausgeschlossen sei auch der Bau eines neuen Museums.