Über Wochen waren am Hohentwiel die Holzfäller im Einsatz. 700 kranke Eschen ließ das Kreisforstamt aus Sicherheitsgründen fällen. Und nun zum Abschluss der Aktion machten Forstvertreter klar: Der Wald wird nicht bedingungslos aufgeräumt. 60 bis 70 Prozent der gefällten und klein gesägten Bäume bleiben an Ort und Stelle als Totholz liegen. Die Natur übernimmt in der Bannwaldzone wieder allein die Regie. Das Holz wird nicht vermarktet.

Viele Anrufer äußern sich kritisch

Der Leiter des Kreisforstamtes, Bernhard Hake, und Revierförster Andreas Ehrminger informierten bei einem Vor-Ort-Termin. Die Maßnahme im Bannwald am Hohentwiel hatte für einigen Unmut in der Bevölkerung gesorgt. Auch das Infozentrum am Hohentwiel hatte oft Anrufe wegen der umfangreichen Fällarbeiten entgegennehmen müssen. Dabei hatte das Forstamt zusammen mit den Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg als Grundstücksbesitzer vorab ausführlich informiert. "Mit diesen vielen Anrufen war aber dennoch zu rechnen", räumte der Leiter des Forstamts, Bernhard Hake, ein. Besonders im Infozentrum kamen immer wieder Anrufe an, wie Mailin Calli, Mitarbeiterin im Infozentrum, bestätigte.

Der Pilz, der auch die Wurzeln angreift

Die 700 Eschen mussten gefällt werden, weil sie von einem aus Ostasien eingeschleppten Pilz namens "Falsches weißes Stängelbecherchen", befallen waren. Die Forstleute sprechen von Eschentriebsterben. Ein Rezept gegen die Krankheit gibt es nicht. Die Bäume hatten ein Alter zwischen 20 und 120 Jahren. Die Maßnahme diente vor allem der Verkehrssicherungspflicht in der Nähe der Zugangswege zur Festung. Da nicht nur die Triebe, sondern auch die Wurzeln der Bäume vom Pilz befallen werden, hätten kranke Eschen auch umstürzen können. Auch die Vertreter des Naturschutzes und des Regierungspräsidiums haben sich nach Abschluss der Arbeiten in dieser Woche ein Bild gemacht. "Es gibt noch kleinere Korrekturen", sagte Forstamtschef Hake. Beispielsweise werde an zwei Stellen in der Nähe des Widerholdwegs und unterhalb der Hohentwiel-Gaststätte noch Platz geschaffen, damit Orchideen wieder wachsen können.

Schon bald soll's besser aussehen

Auf dem ersten Stück oberhalb des Infozentrums Richtung Karlsbastion ist das Bild besonders krass. Doch man sieht an den abgesägten Stämmen, dass diese teilweise von Fäulnis befallen sind. "Wir haben aus Sicherheitsgründen manche Stämme höher über dem Boden im gesunden Holz abgesägt", erklärte Förster Ehrminger. Mittlerweile sieht man aber zwischen dem Totholz am Wegesrand schon wieder den Bärlauch sprießen. "Es wird sich hier sehr schnell eine Naturverjüngung einstellen", ist Bernhard Hake überzeugt. Und: "Es ist uns schon bewusst, dass das jetzt ein massiver Eingriff ins Landschaftsbild ist." Doch nun habe man lange Ruhe und es werde ein sicherer Zugang zur Ruine gewährleistet sein. Bei einem touristisch attraktiven Ziel wie dem Hohentwiel sei die Fällaktion als Sicherheitsmaßnahme erforderlich gewesen.