Wer am vergangenen Wochenende als Fußballfan des FC St. Paul zur Zweitliga-Partie beim VfB Stuttgart angereist war, dürfte den Spieltag nach dem Last-Minute-Siegtreffer der Schwaben nicht in bester Erinnerung behalten. Und noch schlechter dürfte eine ganz kleine Besuchergruppe aus dem Norden seither auf deutsche und schweizerische Grenzschützer zu sprechen sein.

Denn Einsatzkräfte eines Teams, bestehend aus Beamten der Eidgenössischen Zollverwaltung und deutschen Bundespolizisten, beschlagnahmten Pyrotechnik wie Rauchbomben und Knallkörper, die womöglich von einigen der Fußballfans in Stuttgart hätten gezündet werden sollen.

Rauchbomben und Knallkörper im Auto

Die deutsch-schweizerische Gemeinsame Operative Dienstgruppe (GOD) Bodensee rekonstruiert den Fall in einer Mitteilung folgendermaßen: Die besagten Pauli-Fans waren bereits einige Tage vor dem Spiel nach Süden aufgebrochen, um noch einen Abstecher in die Schweiz zu machen. In Gottlieben am idyllischen Schweizer Untersee wurde das mit sechs Personen besetzte Fahrzeug dann am vergangenen Donnerstag kontrolliert. Die Großraumlimousine war kurz zuvor aus Konstanz in die Schweiz eingereist.

Bei der Durchsuchung des Autos fanden die Kontrolleure pyrotechnische Gegenstände, darunter mehrere Rauchbomben und Knallkörper. „Die mitgeführte Pyrotechnik hätte weder in die Schweiz eingeführt noch dort besessen werden dürfen. Der Eigentümer wurde daher wegen Verstoßes gegen des Schweizer Sprengstoffgesetz angezeigt. Die Pyrotechnik wurde sichergestellt“, so schildert die Bundespolizeiinspektion Konstanz den Fall.

Verstoß gegen Sprengstoffgesetz

Nach Entscheidung der zuständigen Staatsanwaltschaft im Kanton Thurgau musste der beschuldigte Fahrer des Wagens eine Sicherheitsleistung zahlen. Im Anschluss konnte er seinen Weg fortsetzen. Auch die deutsche Bundespolizei ermittele nun gegen den Fußballfan aus dem Norden, weil der Erwerb und Besitz der von ihm mitgeführten Pyrotechnik auch in Deutschland verboten sei, so hieß es.

Nach Polizeiangaben liegt auch hier der Verdacht des Verstoßes gegen Paragraf 40 des Sprengstoffgesetzes vor. Die weiteren Ermittlungen zum rechtswidrigen Erwerb der Pyrotechnik führt nun die für den Wohnort zuständige Staatsanwaltschaft in Itzehoe.

Kontrolleure arbeiten zusammen

Mit der Bildung der Gemeinsamen Operativen Dienstgruppe haben deutsche Bundespolizei und Eidgenössische Zollverwaltung (EVZ) ihre grenzüberschreitende Kooperation am Bodensee vertieft. Am Autobahnzoll Konstanz/Kreuzlingen und am Grenzübergang Bietingen/Thayngen wurden im Oktober 2018 Büros eingerichtet, in denen deutsche und Schweizer Kontrolleure zusammen Dienst tun. Ziel: Kriminalitätsbekämpfung im Grenzgebiet.