Es ist 9.45 Uhr am Donnerstagmorgen. Der erste Tag beim Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr ist bereits in vollem Gange. Auf der Bühne im großen Zelt haben sich zahlreiche Jugendliche um einen Tisch versammelt. Es geht wild zu: "Hier ist Bayern", schreit Jannis. Er schnappt sich den Zettel auf dem Bayern steht und legt ihn an die passende Stelle. Was bei diesem Teil der Lagerolympiade zählt sind Allgemeinwissen und Schnelligkeit.

Die Teams der Jugendfeuerwehren haben zwei Minuten Zeit, um die Bundesländer einer Deutschlandkarte zuzuordnen. Darüber hinaus müssen sie die passende Hauptstadt auswählen. Diese liegen in kleinen Schnipseln verteilt auf dem Tisch.

Bild: Wetschera, Wiebke

Düsseldorf ist die Hauptstadt von Nordrhein-Westfalen. Das hat die Gruppe schonmal herausgefunden. Aber wo liegt das Bundesland? Und welches Bundesland ist die Fläche mit der Nummer 7? Die Gruppe grübelt.

Bild: Wetschera, Wiebke

Währenddessen läuft die Uhr herunter. "Noch 50 Sekunden", ruft der Betreuer in die Runde. Plötzlich wird es hektisch. Einer nach dem anderen greift schnell eine Stadt und will sie dem passenden Bundesland zuordnen. Andere suchen nach passenden Bundesländern für die Kartenteile.

Video: Wetschera, Wiebke

Zehn Sekunden bevor die Zeit vorbei ist, ist die Gruppe fertig. Es geht ans Auszählen. Ein paar kleine Fehler haben sich in die Deutschlandkarte der Gruppe eingeschlichen. Insgesamt haben sie aber 26 Punkte für die richtigen Städte und Länder bekommen. Weil sie bei einer Minute und 50 Sekunden fertig waren, bekommen sie zusätzlich noch einmal einen Punkt geschenkt. Jugendleiter Steffen Bretzke zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis: "Es geht hier ja vor allem um Spaß", sagt er. "Wir haben keine Platzierung angestrebt."

Und weiter geht's

Damit hat die Jugendfeuerwehr aus Bodman-Ludwigshafen den ersten Teil der Lager-Olympiade geschafft. Vier stehen ihnen nun noch bevor. Unterabteilungen der Kreisjugendfeuerwehr übernehmen die Planung der Lagerolympiade. Eine Station müssen die Feuerwehrmitglieder direkt im Anschluss meistern. "Wir haben die Spiele von heute Nachmittag auch auf den Vormittag gelegt", sagt Kreisjugendwart Alexander Dietrich. "Damit wir heute Nachmittag baden gehen können." Das bedeutet: Am Donnerstagvormittag müssen sich die Jugendlichen direkt in zwei Disziplinen beweisen.

Die Unterabteilung Bodanrück hat sich für den Feuerwehrnachwuchs eine aktive Station überlegt. "Jeweils vier Jugendliche tragen eine Trage, auf der ein anderer liegt", erläutert der Vorsitzende der Jugendfeuerwehr Bodanrück Joachim Napper. "Mit einem Laubgebläse muss der Liegende einen Tennisball im Slalom durch den Parcours bewegen."

Die Jugendfeuerwehr aus Bodman-Ludwigshafen bekommt erst noch einmal die Regeln erläutert.

Bild: Wetschera, Wiebke

Dann schnallen sie Jannis an der Trage fest.

Bild: Wetschera, Wiebke

Ihr Jugendleiter wirft das Laubgebläse an und schon kann es losgehen.

Video: Wetschera, Wiebke

Teamarbeit ist gefragt. Das sei auch die Idee bei der Planung gewesen, so Napper: "Wir wollten jede Altersgruppe mit einbinden", sagt er. Einige der Kinder seien erst neun Jahre alt, andere bereits 16. "Die größeren können die Trage tragen", erläutert Napper. So macht es auch die Jugendfeuerwehr aus Bodman-Ludwigshafen.

Bild: Wetschera, Wiebke

Nach anderthalb Minuten sind sie fertig. Die Beteiligten jubeln – geschafft. Damit haben sie vor allem Geschicklichkeit bewiesen – und das ganz ohne Schläuche, Feurwehrhelme und Sicherheitskleidung. Eine bewusste Entscheidung: "Die Kinder haben das ganze Jahr über mit der Feuerwehr zu tun", sagt Napper. "Deswegen ist es schön, hier auch mal etwas Anderes zu tun."

Am Ende des Zeltlagers, am Sonntag, wird ein Gewinner der Olympiade gekürt. Bis dahin steht für den Feuerwehrnachwuchs neben der Lagerolympiade noch einige andere Programmpunkte auf dem Plan – wie beispielsweise eine Kreuzfahrt und der Besuch ihrer Familien. Eins ist sicher: Es herrscht Leben auf dem Gelände der Firma Reichenau Gemüse. Auch fernab der Lagerolympiade.

Bild: Wetschera, Wiebke