Konstanz Landkreis Konstanz vergibt erstmals Inklusionspreis

Wie kann die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung verbessert werden? Der Landkreis Konstanz hat sechs vorbildliche Initiativen ausgezeichnet.

Es war eine fröhliche Besucherschar, die zu Beginn der Kreistagssitzung den großen Sitzungssaal im Konstanzer Landratsamt bevölkerte. Es waren Menschen mit und ohne Behinderung, die in verschiedenen Projekten zusammenarbeiten. Und es war ein erfreulicher Anlass, der sie ins Plenum der Kreispolitik geführt hatte. Denn erstmals vergab der Landkreis Konstanz den Inklusionspreis. Dabei wurden sechs Initiativen als vorbildlich ausgezeichnet. Oswald Ammon, Behindertenbeauftragter des Landkreises und Ideengeber für die Preisvergabe, stellte die Bedeutung der Initiative heraus. Inklusion, die gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit Handicap am gesellschaftlichen Leben, sei ein Menschenrecht, sagte Ammon und verwies auf die gesetzlichen Regelungen. Ammons Umschreibung dieser gesellschaftlichen Teilhabe lautet: "Gemeinsam verschieden sein." Die Vertreter der Initiativen bedankten sich für das Zeichen der Anerkennung. Der Preis sei eine gute Motivationshilfe, befand Thomas Klötzer, Sprecher der Stockacher Gruppe "Unbehindert miteinander leben". Und: "Bei der Arbeit mit Behinderten kommt immer was zurück."

In der Kategorie Arbeit/Qualifizierung/Schule wurden zwei Projekte ausgezeichnet:

  • Frühstück inklusiv: Das Architekturbüro Andreas Spaett in Konstanz ermöglicht einem Menschen mit Behinderung den Schritt in die Arbeitswelt. Die Person mit Handicap betreut einen neuen Frühstücksservice für die 15 Mitarbeiter des Architekturbüros. Projektpartner bei der Initiative ist der Fachdienst betriebliche Inklusion des Caritasverbands Konstanz.
  • Präventionsprojekt "Verrückt? Na und"!: Im Rahmen des Projekts können sich Schüler über seelische Erkrankungen informieren und mit Betroffenen Kontakt aufnehmen. Projektpartner sind das Selbsthilfenetzwerk Kommit und das Zentrum für Psychiatrie Reichenau. "Den ehrenamtlichen Mitarbeitern mit einer persönlichen Erfahrung seelischen Leidens wird durch die sinnstiftende Tätigkeit der Aufklärung von jungen Menschen ein Weg zur Teilhabe an der Gesellschaft geebnet", heißt es in der Beschreibung der Initiative.

In der Kategorie Freizeit wurden vier Projekte ausgezeichnet:

  • Inklusion für immer: Die Musikschule Stockach hat 2017 bei den Aktivitäten anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens Wert darauf gelegt, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Behinderung gleichermaßen musikalisch zu fördern. So nahm die Musikschule Menschen mit Behinderung ins Schulorchester auf. Diplomierte Fachlehrer unterstützten die Bemühungen.
  • Das inklusive Stadtfest: Für das Singener Stadtfest boten die Veranstalter ein zwölfköpfiges Organisationsteam auf, in dem Menschen mit und ohne Behinderung zusammenarbeiteten. Personen mit Handicap waren dann auf Veranstalterseite auch bei der Durchführung des Festes selbst beteiligt. So betreuten Tandemteams die Musikgruppen. Federführend war der Caritasverband, Projektpartner die Handelsorganisation singen aktiv, zwei Firmen sowie der Behindertenbeauftragte.
  • Unbehindert miteinander leben: Ehrenamtliche der Initiative "Unbehindert miteinander leben" organisieren seit zehn Jahren in Stockach Sport- und Spielnachmittage, Feste und Feierlichkeiten, bei denen Behinderte und Nichtbehinderte miteinander in Kontakt kommen können. Projektpartner sind die Stadtjugendpflege Stockach und katholische Seelsorgeeinheit Stockach.
  • Wir na und: In der inklusiven Ehrenamtsgruppe "Wir na und" des Caritasverbands Konstanz kommen Menschen mit und ohne Handicap zu einem Inklusionsstammtisch und zu anderen Aktivitäten zusammen. Es werden sogar öffentliche Gesangsauftritte organisiert. Zu den Projektpartnern zählt auch der Malteser Hilfsdienst.

Drei Kategorien

Der Inklusionspreis des Landkreises Konstanz ist mit 6000 Euro dotiert und wird in den folgenden drei Kategorien ausgeschrieben: Wohnen, Arbeit/Qualifizierung/Schule und Freizeit. Mangels Bewerbungen zum Themenfeld Wohnen wurde das Preisgeld diesmal zu gleichen Teilen auf sechs Initiativen in den Bereichen Arbeit und Freizeit verteilt. Der Preisjury gehören je ein Vertreter der im Kreistag vertretenden Fraktionen an. Dazu kommen der Sozialdezernent des Landkreises und der Behindertenbeauftragte.

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