Die CDU-Fraktion im Konstanzer Gemeinderat und der Kreisverband der Jungen Union (JU) wollen sich einer Forderung des Städtetags Baden-Württemberg nach einer besseren Förderung der Grundschulen anschließen. Über einen entsprechenden Antrag soll beim Kreisparteitag am 25. Oktober (ab 19 Uhr in der Seeblickhalle Steißlingen) abgestimmt werden.

Vorwurf der CDU: Land behandelt Schulen ungleich

In einer von Fraktionssprecher Roger Tscheulin, seinem Stellvertreter Wolfgang Müller-Fehrenbach sowie JU-Kreisvorsitzendem Levin Eisenmann unterschriebenen Brief an den CDU-Kreisverband wird das Anliegen ausführlich erläutert. Im Kern kritisieren die Antragsteller eine Ungleichbehandlung durch das Land. Demzufolge werden die Kommunen beim Bau von Räumen für Ganztagesschulen vom Land unterstützt. Entsprechende Investitionen in die Betreuung an Grundschulen müssten aber von den Kommunen vollständig selbst bezahlt werden.

Erkenntnis: Eltern wünschen flexible Betreuung

In der Begründung führen die Antragsteller unter anderem aus: „Für die 2014 gesetzlich eingeführte Ganztagesgrundschule erwartete die grün-rote Landesregierung, dass bis 2023 bis zu 70 Prozent der Grundschulen in ‚Ganztagesgrundschulen‘ umgewandelt werden. Aber die bisher erreichte Zahl in Höhe von nur 18 Prozent macht deutlich, dass die Schulen, Eltern und Schulträger mit diesem ‚Zwang‘ zur Ganztagesschule nicht einverstanden sind: Sie wünschen für ihre Kinder individuelle und flexible Betreuungsangebote, ohne den Zwang zum Ganztagesunterricht.“

Selbstkritik: CDU muss ihr Programm umsetzen

Ein solcher, auch von den Kommunen registrierter Bedarf an qualifizierter Betreuung erfordere auch eine Anpassung an die Kosten für das Personal durch das Land. Außerdem wird eine Umsetzung des aktuellen CDU-Regierungsprogramms gefordert, in dem es heiße: „Wir wollen Nachmittagsbetreuung für alle Grundschulkinder anbieten, sei es in der verbindlichen oder in der flexiblen und freiwilligen Form.“

Das Ende der Geduld der Antragsteller zeigt sich auch darin: Die oben erwähnte Forderung des Städtetages stammt vom 10. Dezember 2015.