Die Internationale Bodensee-Konferenz (IBK) will ihr Jahresbudget deutlich erhöhen, um die wachsenden Aufgaben erledigen zu können. Das wurde beim Jahresabschlusstreffen der Regierungschefs der in der IBK vertretenen Bodensee-Anrainerländer deutlich. Im Rahmen der Veranstaltung in Schaffhausen wechselte auch der Vorsitz in der IBK, den 2018 der Kanton Schaffhausen innehatte. Der Schaffhauser Regierungsrat Christian Amsler übergab das Steuerrad an die Thurgauer Regierungsrätin Carmen Haag. Amsler hielt dabei fest, dass im kommenden Jahr der Kanton Thurgau federführend dazu beitragen werde, den Verbund der Länder und Kantone am Bodensee weiterzuentwickeln. „Der Thurgau ist bekannt dafür, dass seinen Worten auch Taten folgen“, sagte der Schaffhauser Regierungschef.

150 000 Euro mehr in die Kasse

Die Finanzlage der IBK und die weiteren Handlungsperspektiven bis 2022 waren ein zentrales Thema bei der Zusammenkunft der Regierungsvertreter. Die Regierungsvertreter der beteiligten zehn Anrainer-Länder und -kantone werden sich im kommenden Jahr darüber verständigen müssen, wie sie der IBK mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stellen können. Wie die Thurgauer Regierungsrätin Carmen Haag in Schaffhausen sagte, soll das Budget von bisher 300 000 Euro auf 450 000 Euro aufgestockt werden. Die IBK brauche diese zusätzlichen Mittel, um das im vergangenen Jahr erarbeitete neue Leitbild und die neue IBK-Strategie voranzubringen.

Bodenseeregion soll nicht zurückstehen

Christian Amsler erinnerte an das Jahr 1972, als die Internationale Bodensee-Konferenz auf Initiative des damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Filbinger gegründet wurde. Seinerzeit galt es, die Wasserqualität des Bodensees nachhaltig zu verbessern, um ein Umkippen des Gewässers zu verhindern. Amsler drehte die Frage, wozu es heute die IBK brauche, um und fragte, ob die Bodenseeregion zurückstehen solle, wenn andere Regionen in der EU, besonders in Osteuropa, stark aufrüsten? In Zukunft müssten gemeinsame Projekte angestoßen werden, die den Bodenseeraum als Wirtschafts- und Lebensraum voranbringen, sagte Amsler und wies auf die Herausforderung der Digitalisierung hin.

In ihrer Konferenz in Schaffhausen befassten sich die Teilnehmer mit dem Projekt innovative Bodenseeregion. Durch gezieltes Vernetzen von Institutionen und Personen sollen regionale Innovationen über die Wirtschaft hinaus auch in anderen Bereichen wie Bildung, Soziales, Gesundheit, Mobilität und Umwelt gefördert werden. Als Schlüsselakteur ist der Verbund der Internationalen Bodensee-Hochschule (IBH) maßgeblich in das Projekt einbezogen. „Wir haben mit konkreten Projekten und Umsetzungs­beschlüssen den Strategieprozess zu einem guten Abschluss gebracht“, so Regierungs­rat Christian Amsler. Dabei verwies er auf Jahreshöhepunkte wie das Wirtschaftskonzil im Juni in Konstanz und die Delegationsreise der Regierungschefs nach Brüssel. In der EU-Machtzentrale habe die Bodenseeregion mit dem Besuch Flagge gezeigt. Zur grenzüberschreitenden Stärkung der Innovations­kraft war bereits die IBK-Digitalisierungsinitiative auf den Weg gebracht worden. Nun wurde das Handlungsfeld mit dem Projekt „Innovative Bodenseeregion“ noch erweitert. Am Ende unterstrich die Thurgauer Regierungsrätin Carmen Haag: „Unser Ziel ist es, nach den bewegenden letzten Jahren den Fokus auf eine Konsolidierung der Tätigkeiten der IBK zu legen.“

Geschäftsstelle will umziehen

Zur Sprache gebracht wurden bei dem Treffen auch Pläne für einen Umzug der IBK-Geschäftsstelle, die derzeit im Konstanzer Landratsamt untergebracht ist. Die Raumsituation dort gilt offenbar als beengt. Der Umzug soll innerhalb der Stadt erfolgen und für die Mitarbeiter bessere Arbeitsbedingungen schaffen.