Dieses Fahrzeug punktet nicht durch stromlinienförmige Eleganz. Doch in dem brusthohen Aufbau über grob­stolligen Rädern mit beträchtlicher Spurweite steckt ein Stück Zukunft der Landwirtschaft. Der Hackroboter erledigt gezielt und mechanisch Unkrautvernichtung in Pflanzreihen. Er wird derzeit auf Schweizer Versuchsfeldern für Zuckerrübenanbau getestet.

Der Landwirt muss nicht mehr den Rücken krumm machen und er kann auf den Einsatz von Pestiziden verzichten. Bei seinem Einsatz bewegt sich der Hackroboter übrigens genau in der Spur, in der zuvor die Sämaschine unterwegs war. Die GPS-Daten vom Einsäen wurden auf den Roboter übertragen. Eine Kamera dient zusätzlich der Kontrolle.

Der Hackroboter ist nur ein Beispiel dafür, wie sich die landwirtschaftliche Produktion digital steuern lässt. Sensoren im Boden informieren über den Feuchtigkeitsgrad. Mähdrescher messen die Erträge auf einzelnen Planquadraten des Ackers und liefern so Daten für die punktgenaue Düngung, wenn hier nach dem Winterweizen die Gerste angebaut werden soll. Bilder aus Drohnen-Kameras helfen bei der Bestandskontrolle und zeigen dem Bauern vor dem Mähen der Wiese, wo ein Rehkitz in Gefahr kommen könnte.

Digitale Technik in der Landwirtschaft

Frank Burose spricht in diesem Zusammenhang von „Präzisionslandtechnik“. Der Geschäftsführer des Ostschweizer Kompetenznetzwerks Ernährungswirtschaft mit Sitz in Weinfelden hat die digitale Zukunft des Ackerbaus zum Thema einer Veranstaltung gemacht. In der Reihe „Strohballenarena„, die das Kompetenznetzwerk gemeinsam mit dem Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg und dem Verein Integrierte Ländliche Entwicklung Bodensee (ILE, Landkreis Konstanz) organisiert, geht es am Freitag, 20. September, auf die Swiss Future Farm (SFF) in Tänikon im Kanton Thurgau.

In diesem Versuchsbetrieb kommt digitale Technik in der Landwirtschaft zum Einsatz. Und dort werden bei der Strohballenarena dem interessierten Publikum die künftigen Möglichkeiten aufgezeigt. Die Präzisionslandtechnik kann auch die Nachhaltigkeit stärken, ist Agarwissenschaftler Burose überzeugt: „Pflanzenschutzmittel lassen sich viel präziser einsetzen.“ Und damit auch defensiver. ILE-Geschäftsführer Michael Baldenhofer stellt fest: „Landwirtschaftliche Betriebe, die sich zukunftsorientiert weiterentwickeln wollen, werden um den Einsatz moderner Technik nicht herumkommen.“

Robotereinsatz auf den Feldern

Die Strohballenarena auf dem Gutshof in Tänikon will keine Fachveranstaltung für Bauern sein. Interessierte Konsumenten sind willkommen. Denn vom Robotereinsatz auf den Feldern wollen die Organisatoren den Bogen schlagen zum Verbraucher. Was landet am Ende auf unseren Tellern? In der Strohballenarena zeigen vier Referenten die Perspektiven auf. Dies sind Christian Eggenberger, Beratungsleiter im BBZ Arenenberg und Betriebschef der Versuchsanlage in Tänikon, Bernhard Schmitz, Vertreter des amerikanischen Landmaschinenherstellers AGCO, der digitale Bauer Daniel Kressibucher und Babette Sig vom Schweizerischen Konsumentenforum.

Die Veranstaltung