Herr Giger, wie fällt Ihr Fazit der „Internationalen Bodenseewoche 2017“ aus?

Das war in der Gesamtheit gesehen eine wunderbare Veranstaltung. Auch dank des Wetters. Lediglich der Wind war nicht so gut. Am Freitag war es noch optimal, da konnten wir auf den Regattabahnen drei bis vier Wettfahrten durchführen. Am Samstag ging nur auf der Regattabahn Alpha etwas und am Sonntag wurde nur auf drei Regattabahnen versucht, noch zumindest in jeder Klasse eine vierte Wettfahrt durchzuführen. Aber sonst lief alles gut, ich bin vollauf zufrieden mit dem Verlauf.

Was war für Sie der Höhepunkt?

Aus seglerischer Sicht eindeutig der Freitag. Ferner konnten alle drei Ruderveranstaltungen bei besten Bedingungen durchgeführt werden. Der Imperia-Sprint am Freitag und auch der Prolog der Achter haben wunderbar geklappt. Und die „3 Miles of Constance“ liefen absolut problemlos, bei idealem Wetter, und es gab kaum Wellen. Bei der Club- und Helferparty mit Livemusik am Donnerstag war eine tolle Stimmung, und auch am Samstag ging es nach der Siegerehrung der Ruderer im Festzelt hoch her.

Gibt es Bereiche und Punkte, wo Sie noch Verbesserungspotential sehen?

Ja, da haben wir einige kleine Punkte im Auge. Der eine wäre das Ein- und Auslaufen, das noch optimiert werden kann. Auch das Auswassern muss noch verbessert werden. Viele Teilnehmer wollen sich am Sonntag nach den Regatten rasch auf den Heimweg machen, doch da noch viel Betrieb auf der Hafenmeile ist, wird es da sehr eng. Hier müssen wir mehr Platz einplanen. Und auch die Liegeplatzsituation im Hafen könnte weiter optimiert werden.

Wie könnte die Internationale Bodenseewoche 2025 aussehen? Wagen Sie einmal einen Ausblick!

Kapazitätsmäßig sind wir, was die Ruder- und Segelwettbewerbe angeht, eigentlich an der Grenze, im Konstanzer Hafen ist eine Ausweitung nicht mehr möglich. Es ginge lediglich, wenn wir einiges in benachbarte Häfen und Konstanz und Kreuzlingen auslagern, aber dann ist eben nicht mehr alles an einem Schauplatz, was ja auch einen Teil der Bodenseewoche ausmacht. Wir überlegen, ob man den Ruderwettbewerb ausbauen könnte. Oder vielleicht könnte man auch um einen Tag ausweiten, schon am Mittwoch beginnen. Auf jeden Fall sind die Termine bis 2023 festgelegt und reserviert.

In Konstanz gibt es auch recht erfolgreiche Wassersportler in Drachenbooten.

Wir laden immer wieder andere Wassersportler ein, um sich zu präsentieren. Ideen sind durchaus schon vorhanden.

Seit 2016 veranstaltet der „Bodenseewoche-Verein“ die Veranstaltung. In diesem Jahr hatte man schon das Gefühl, das lief recht rund und routiniert!

Ja, im Vorjahr war das schon ein Nullstart. Aber diesmal konnten wir auf die Erfahrungen vom Vorjahr aufbauen und jeder wusste, was er zu tun hat.

Zur Person, zur Aktion

  • Andi Giger ist Leiter des Organisationskommitees der Internationalen Bodenseewoche. Der 70-Jährige war zehn Jahre lang Wettfahrtleiter bei der Bodenseewoche und weitere zehn Jahre Vorsitzender beim Yachtclub Kreuzlingen.
  • Die Organisation: Die Bodenseewoche wurde zum zweiten Mal komplett unter der Regie von Vereinen organisiert. Im Jahr 2015 hatte sich die Bodenseewoche GmbH aus der Organisation zurückgezogen. Die Clubs, die zuvor nur die Ausrichtung der Wettbewerbe auf dem Wasser und das Sicherheitskonzept auf dem See unter ihrer Regie hatten, kümmerten sich nun auch um sämtliches Geschehen an Land, zusammen mit dem Verein Internationale Bodenseewoche. (jr/ebr)

Was Besucher und Beteiligte über die Bodenseewoche sagen

  • Silvia Schwarz (Stockach) schlenderte schon am frühen Morgen über den maritimen Markt an der Hafenstraße: "Ein Traum!", schwärmte sie. "Ich habe es vor allem genossen, die alten Holzboote anzuschauen. Und dass man auch die Schiffe der Wasserschutzpolizei besichtigen kann, ist toll für die Kinder. Das Schöne: Ich treffe hier auch viele Bekannte."
  • Andrea Rudolf (Konstanz) findet es reizvoll, dass "für alle Generationen etwas geboten" sei. Das weiß auch ihr fünfjähriger Sohn Luca zu schätzen, der gerade Schiffsmodelle übers Wasser gleiten lässt. "Tanzen unter freiem Himmel, Musik, Freunde treffen – das sollte man viel öfter haben", ist auch Andrea Oechsle, ebenfalls aus Konstanz, voll des Lobes.
  • UweBrieske (Konstanz) gehört zu denen, die sich von der Ästhetik der vielen verschiedenen Segel- und Motorboote faszinieren lässt. "Die Hafenmeile ist voll und die Besucher genießen nicht nur die modernen Racer, sondern vor allem die alten Schiffe", sagt er. Und wenn die Segler die Spinnacker setzen, dann gebe es "traumhafte Bilder".
  • Stefan Basel ist als Chef des Konstanzer Yachtclubs einer derjenigen, die hinter den Kulissen arbeiten. Aber das gern: "Die Zusammenarbeit im Rahmen der Bodenseewoche, unserem gemeinsamen Baby, hat die Vereine zusammengeschweißt."
  • Tim (7) aus Pfullingen zeigt sich insbesondere von den Segelyachten beeindruckt. "Die Segelschiffe sind toll", meint der Junge. Fahrten mit den Modellschiffen reizen ihn weniger. "Das ist mir etwas zu langweilig", gesteht er, der viel lieber mit seiner großen Schwester Leah-Louise (11) all das mitmacht, was auch die Erwachsenen fasziniert.
  • Eric Thiel, Geschäftsführer der Marketing und Tourismus GmbH Konstanz, und der Konstanzer Sozial- und Kulturbürgermeister Andreas Osner loben die Vereine und ehrenamtlichen Helfer. Die Bodenseewoche "ist ein echtes Highlight", sagte Thiel. "Sie ist ein Aushängeschild, denn diese Veranstaltung setzt die DNA der Stadt optimal in Szene; es ist eine Inszenierung besonderer Naturerlebnisse, welche mit viel Enthusiasmus von ehrenamtlichen umgesetzt wird." Und: "Wir unterstützen dieses Engagement gern in Kommunikation und Marketing." Bei der Bodenseewoche mit Regatten und Rahmenprogramm waren wieder tausende Besucher zum Konstanzer Hafen gekommen. "Es ist eine Perle von Veranstaltung und wir legen Wert darauf, dass diese Non-Profit-Geschichte, die aber unglaublich professionell organisiert ist, weitergeführt wird", stimmte Andreas Osner zu.(as)
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