Die Forderung von Andreas Gallus, Gewerkschaftssekretär der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) nach der Einführung einer Bagatellgrenze für die Umsatzsteuerrückerstattung an Schweizer Einzelhandelskunden stößt bei der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee (IHK) bei allem Verständnis für die bearbeitenden Zollbeamten auf Widerspruch.

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In einer Pressemitteilung äußert sich IHK-Hauptgeschäftsführer Claudius Marx: „Wir können die Forderung von Herrn Andreas Gallus, endlich von der millionenfachen Stempelei befreit zu werden, mehr als nachvollziehen. Die Entlastung der Beamten an den Zollübergängen steht nachweislich ganz oben auf der Prioritätenliste der IHK. Nur sollte diese Entlastung so intelligent geschehen, dass wir dabei nicht an dem Ast sägen, auf dem wir alle gemeinsam sitzen.“

Marx verteidigt die IHK-Prognose

Marx hält eine digitale Ausfuhrbescheinigung für den einzigen Weg, den Zoll von jährlich 15 Millionen Stempelvorgängen zu befreien. Eine Bagatellgrenze könne nur einen Teil der antiquierten Stempelvorgänge entbehrlich machen, betont Marx. Er verteidigt auch eine IHK-Prognose, die Gallus nicht nachvollziehen kann. Marx wörtlich: „Die erwartbare Reaktion der Kunden auf eine Preiserhöhung nennt man in der Fachwelt Preissensibilität. Sie lässt sich wissenschaftlich fundiert messen. Und genau das hat man bei der Schweizer Kundschaft bereits getan. Das Ergebnis ist eindeutig und besagt, dass eine Preiserhöhung um 19 beziehungsweise 7 Prozent das Kaufverhalten deutlich negativ beeinflussen würde.“

Marx spielt den Ball zurück und hält den Zweifel von Gallus an der IHK-Prognose für nicht begründet.