Normalerweise bedeutet der erste Tage eines mehrtägigen Ereignisses Stress für die Veranstalter. Ewald Weisschedel, Präsident des Bodenseewoche-Vereins, machte jedoch schon am Donnerstag zum Auftakt der Bodenseewoche im Konstanzer Hafen einen entspannten Eindruck. "Die ersten Eindrücke sind wunderbar und ich sehe, dass alles im Zeitplan ist. Das Organisationskomitee hat super gearbeitet. Wenn sich OK-Chef Andi Giger um solche Details wie ein Stromkabel kümmern kann, dann läuft alles sehr gut", sagte Weisschedel. Als erfahrener Segler hat er natürlich einen Blick für die Wetterprognose: "Wie schon im Vorjahr scheinen wir wieder Glück mit dem Wetter zu haben und morgen soll noch guter Wind dazu kommen." Die Abläufe haben sich eingespielt, es läuft rund.

Derweil füllt sich der Hafen, es wird zunehmend eng und vor allem bei den klassischen Segelbooten, die auf Motorunterstützung verzichten, braucht es Fingerspitzengefühl, bis sie ohne Schrammen am Kunststoffsteg festliegen. Hier Hand anzulegen, ist der Job von Emil Löwe, Bruno Bauer und Jonas Jung. Die wissen genau, wer wo hin muss und helfen beim Anlegen.

Doch obwohl die teuren Yachten sensibel sind, läuft auch das entspannt. "Bisher ging es. Aber man merkt schon, dass manche noch nicht so erfahren sind", fasst Emil Löwe seine Eindrücke zusammen. Er ist am Donnerstag Helfer am Steg, ab Freitag dann aber als Segler auf den Regattabahnen unterwegs – und das mit Ehrgeiz. "Wir wollen natürlich Erster werden", gibt Löwe vor, denn für ihn ist das auch eine Art hochklassiges Training für die Weltmeisterschaft im Sommer, an der er teilnimmt. Und auch Jonas Jung, bei der Bodenseewoche auf einer 45er unterwegs, hat ein Ziel: "Wir werden das Beste geben, aber man darf auch mal verlieren."

"Die Jungs sagen, es passt", ruft Charlotte Schlett vom Heck aus Resi Bach am Bug der "Anne Sophie" zu, das Anlegemanöver der neun Tonnen schweren Yacht ist erfolgreich abgeschlossen. Die "Anne Sophie" zählt zu den größten Yachten im Feld und zieht die Blicke auf sich. Aber für die Crew geht es hier nicht um sehen und gesehen werden, sondern um den sportlichen Wettkampf. "Man will natürlich vorne mit dabei sein, denn demnächst geht es zur Weltmeisterschaft", so Resi Bach, die schon mehrere Treppchenplätze bei der Bodenseewoche heraussegelte, obwohl die "Anne Sophie" zu den schwereren 8ern zählt.

Auch auf der "MaXi-Millian" ist man ehrgeizig. Im Vorjahr kam die Crew fast auf das Treppchen. Mit an Bord auf der X35-Yacht ist Daniel Schlumpf, der die weiteste Anreise hatte. Der Schweizer lebt in Neuseeland, doch wie im Vorjahr will er sich dieses Segelfest nicht entgehen lassen. "Die Landschaft, das Team, der Event", so schärmt er.

Teilnehmer mit der weitesten Anreise: Daniel Schlumpf, ein in Neusseland lebender Schweizer (links, mit Skipper Leo Brecht), ist bereits zum zweiten Mal dabei.
Teilnehmer mit der weitesten Anreise: Daniel Schlumpf, ein in Neusseland lebender Schweizer (links, mit Skipper Leo Brecht), ist bereits zum zweiten Mal dabei. | Bild: Jürgen Rössler

Programm am Freitag

Ab 10 Uhr verlassen die zahlreichen Regattaboote innerhalb kürzester Zeit die Liegeplätze im Hafen. Auf der Hafenpromenade gibt es den maritimen Markt, Präsentationen und Mitmachangebote. Die BSB bieten stündliche Rundfahrten zu den Regatten an. Im Hafenbecken werden Dampfboote und ferngesteuerte Schiffsmodelle gezeigt. Ab 15 Uhr Vernissage der Ausstellung „Maritime Kunst am Bodensee“ von Susanne Westphal (IBW-Lounge). Ab 18 Uhr "Music to the yachts" auf einem Floß im Hafenbecken. Ab 21.30 Uhr Wasserski-Show vor dem Stadtgarten. Ab 22.15 Uhr Rudersprintregatta Imperiasprint, Start beim Stadtgarten.