Rückkehr: So lässt sich am ehesten zusammenfassen, um was es am Dienstagmittag im Besprechungszimmer des Singener Oberbürgermeisters ging. Denn nachdem das Hohentwielfestival 2019 wegen Steinschlaggefahr auf den Rathausplatz verlegt werden musste, gaben die Organisatoren im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt, dass die Konzertreihe in diesem Sommer wieder auf den Vulkanberg über der Stadt zurückkehrt. Aber nicht nur der Veranstaltungsort: Auch der Veranstalter ist ein alter Bekannter. 

Wer er ist und welche Künstler er nach Singen bringen wird? Wir klären die wichtigsten Fragen rund um das Hohentwielfestival 2020 und stellen die Personen vor, die dafür sorgen wollen, dass der Berg ganz ohne Felssturzgefahr zum Beben gebracht wird.

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Wo findet das Festival statt?

Ein großer Teil der Sicherungsarbeiten am Berg sei bereits abgeschlossen, berichtete Bernd Häusler gleich zu Beginn der Pressekonferenz. Singens Oberbürgermeister zeigte sich zuversichtlich, dass sowohl das Festival als auch das zweitägige Burgfest in diesem Jahr wieder auf dem Hohentwiel stattfinden können. „Wir freuen uns auf ein Hohentwielfestival in bewährter Form“, bekräftigte er.

2019 musste das Hohentwiel-Festival auf dem Rathausplatz stattfinden. Unser Bild zeigt den Auftritt von Popstar Wincent Weiss.
2019 musste das Hohentwiel-Festival unerwartet vor dem Rathaus stattfinden. Unser Bild zeigt den Auftritt von Popstar Wincent Weiss. | Bild: Tesche, Sabine

Wer veranstaltet das Festival?

Nachdem Vaddi Concerts zwischen 2017 und 2019 für die Organisation des Festivals zuständig war, kehrt mit Dieter Bös ein bekanntes Gesicht an den Hohentwiel zurück. Bös ist der ehemalige Chef des 1978 gegründeten Konzertbüros Konstanz, kurz Koko.

„Als Vaddi uns im Herbst mitteilte, das Hohentwielfestival nicht mehr länger veranstalten zu wollen, habe ich zunächst schlucken müssen“, gab Bernd Häusler zu. Umso erleichterter zeigte er sich über die Zusammenarbeit mit dem neuen alten Partner.

 „Das Hohentwielfestival habe ich geschätzt schon um die 17 Mal mitorganisiert“, blickte Veranstaltungsprofi Bös zurück. Unterstützung erhält er nun von dem 32 Jahre alten Xhavit Hyseni, der vor allem als Veranstalter des Campus Festivals und der Straßenfasnacht in Konstanz bekannt ist. Unter dem neuen Namen Kokon möchte das Duo das Hohentwielfestival nicht nur im Sommer 2020, sondern über Jahre hinweg gemeinsam ausrichten.

Nicht auf dem Rathausplatz, wie im vergangenen Jahr, sondern wieder oben auf dem Berg: Dieter Bös, Roland Frank, Bernd Häusler und Xhavit Hyseni (von links) freuen sich auf ein Hohentwielfestival in bewährter Form.
Nicht auf dem Rathausplatz, wie im vergangenen Jahr, sondern wieder oben auf dem Berg: Dieter Bös, Roland Frank, Bernd Häusler und Xhavit Hyseni (von links) freuen sich auf ein Hohentwielfestival in bewährter Form. | Bild: Tesche, Sabine

Welche Künstler bringen die Veranstalter mit?

Bislang stehen drei Acts fest, weitere werden folgen. Am Donnerstag, 23. Juli, sollen zwei weibliche Musiker das Publikum auf den Berg locken. Zum einen ist da Lea. Bevor ihr mit „Leiser“ der Durchbruch als Singer-Songwriterin gelang, stand die 27-Jährige als Background-Sängerin für Mark Forster und Glasperlenspiel auf der Bühne. Im Vorprogramm von Leas Hohentwiel-Konzert wird die aus Ravensburg stammende Newcomerin Lotte auftreten, die zuletzt mit dem Song „Auf das, was noch kommt“ erfolgreich war.

Lotte aus Ravensburg ist im deutschsprachigen Pop auf dem Weg nach oben. In ihren Songs erzählt sie persönliche Geschichten, die zwischen Euphorie und Melancholie pendeln.
Lotte aus Ravensburg ist im deutschsprachigen Pop auf dem Weg nach oben. In ihren Songs erzählt sie persönliche Geschichten, die zwischen Euphorie und Melancholie pendeln. | Bild: Kai Marks

Sprechgesangt satt sanfte Töne gibt es bei Bausa. Der aus Bietigheim-Bissingen stammende Rapper, dessen Single „Was du Liebe nennst“ mit Diamant ausgezeichnet wurde, tritt am Freitag, 24. Juli, auf dem Hohentwiel-Festival auf.

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Man habe darauf geachtet, Künstler zu verpflichten, die sowohl jüngere als auch ältere Konzertzuschauer begeistern können, erklärte Xhavit Hyseni.  „Es ist uns wichtig, dass der Berg als Treffpunkt erhalten bleibt“, ergänzte Dieter Bös.

Der Veranstalter deutete im Laufe der Pressekonferenz an, dass auf Lotte, Lea und Bausa noch zwei international bekannte Bands folgen sollen. Noch dürfe er keine Namen nennen, erklärte Bös, die Verträge stünden aber kurz vor dem Abschluss.

Was ist mit dem Burgfest?

Spannende Nachrichten gibt es nicht nur für Musikfans, sondern auch für Freunde des Singener Burgfests: Am Samstag, 18. Juli, von 13 bis 21 Uhr und am Sonntag, 19. Juli, zwischen 10 und 21 Uhr, wird es im Vorfeld des Festivals an 13 Bühnen ein buntes Programm geben. Fast alle der Gruppen und Vereine, die das Burgfest bereits 2019 hätten gestalten sollen, habe man erneut gewinnen können, berichtete der Geschäftsführer von Kultur & Tourismus Singen, Roland Frank.

Bild: FEZE

Wie kommt man an Tickets?

Karten für den Burgfest-Besuch an beiden Tagen gibt es ab Mittwoch, 22. Januar, mit Frühbucher-Rabatt für neun Euro. Im regulären Vorverkauf ab 30. März werden diese Karten zwölf Euro kosten. Tickets für das Hohentwielfestival wiederum kann man ab sofort bei der Tourist Information Singen, Stadthalle oder Marktpassage, bei allen Reservix-Vorverkaufsstellen oder über den Internet-Veranstaltungskalender der Stadt Singen (www.singen.de) kaufen. SÜDKURIER-Abonnenten können ab nächster Woche eine meinSK-Vorteilsaktion mit Ticketrabatt für das Hohentwielfestival nutzen.

Die Eintrittskarten gelten für die freie Hin- und Rückfahrt mit Bus und Bahn im Verkehrsverbund Hegau-Bodensee (VHB) sowie für die Busse von der Stadt bis zum Infozentrum Hohentwiel auf halber Berghöhe.

Und was passiert im Moment am Hohentwiel?

Als Reaktion auf einen Steinschlag vom Frühjahr 2019 bleibt die Festungsanlage auch nach beinahe neun Monaten zunächst noch gesperrt. Nadine Reichert, Mitarbeiterin der Landesbehörde Vermögen und Bau, erläuterte, dass bereits im Mai 2019 eine erste Räumung des Schadensbereichs stattgefunden habe. Im Oktober habe dann eine Fachfirma mit Sicherungsarbeiten begonnen.

Aber kaum seien Geröllfangzaun und Sicherungsnetze im November fertiggestellt gewesen, hätte ein weiterer Steinschlag den Umfang der Maßnahmen nochmals vergrößert.

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„Seither findet eine erneute Räumung der labilen Felswände statt“, berichtete Reichert. Aktuell ruhe die Baustelle jedoch aufgrund einer jährlich stattfindenden Schulung der Felssicherer. Parallel finde die Wartung der zum Einsatz kommenden Spezialgeräte statt. „Die Fortführung der Arbeiten ist für Februar geplant“, so Reichert. Aufgrund der Witterung sei ein genauer Zeitrahmen bis zur Fertigstellung noch nicht definitiv absehbar.