Die Politik will verstärkt ihren Beitrag dazu leisten, die Fasnacht als immaterielles Kulturgut zu schützen und sie auch weiterhin durchführbar zu machen. Diese positive Botschaft brachte der Präsident der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee, Rainer Hespeler, am Sonntag zum herbstlichen Gesamtkonvent nach Immendingen mit. Bei einem Runden Tisch im baden-württembergischen Innenministerium habe die Vereinigung gemeinsam mit den anderen südwestdeutschen Narrenverbänden wichtige Einigungen erzielt, was die erleichterte Erlangung straßenverkehrsrechtlicher Anordnungen, die Anforderungen an Sicherheitskonzepte und die Unterstützung von Feuerwehren bei Fasnachtsveranstaltungen angeht.

Rund 300 Vertreter der 120 Mitgliedszünfte der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee beteiligen sich am herbstlichen Gesamtkonvent in der Immendinger Donauhalle. Gastgeber ist die Zimmerer Teufelsbrut, die im kommenden Jahr ihren 40. Geburtstag feiert und der Vereinigung seit 18 Jahren angehört.
Rund 300 Vertreter der 120 Mitgliedszünfte der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee beteiligen sich am herbstlichen Gesamtkonvent in der Immendinger Donauhalle. Gastgeber ist die Zimmerer Teufelsbrut, die im kommenden Jahr ihren 40. Geburtstag feiert und der Vereinigung seit 18 Jahren angehört. | Bild: Jutta Freudig

Sechs Landschaften vertreten

Rund 300 Vertreter der 120 Zünfte aus sechs Landschaften der Vereinigung kamen zu dem Treffen in Immendingen. Angeführt wurden sie durch die Landvögte Raily Mink (Hegau-Randen), Ulrike Wiese (Rosenegg), Manfred Knopf (Höri-Bodanrück), Michael Walser (Linzgau) und Ewald Hermann (Heuberg). Landvogt Christian Herz (Linzgau) nahm krankheitsbedingt nicht teil.

Die Zimmerer Teufelsbrut ist Gastgeber des Gesamtkonvents der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee. Vorsitzender Julian Wüst (rechts) stellt die Traditionsfiguren der Zunft vor, den Oberteufel, Teufel und Köhler, den Höllenhund und die Nonne.
Die Zimmerer Teufelsbrut ist Gastgeber des Gesamtkonvents der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee. Vorsitzender Julian Wüst (rechts) stellt die Traditionsfiguren der Zunft vor, den Oberteufel, Teufel und Köhler, den Höllenhund und die Nonne. | Bild: Jutta Freudig

Zimmerer Teufel als Gastgeber

Gastgeberzunft des Herbstkonvents war die Zimmerer Teufelsbrut, aus einem Ortsteil der Gemeinde Immendingen, die im kommenden Jahr ihren 40. Geburtstag feiert und der Narrenvereinigung seit 18 Jahren angehört. Vorsitzender Julian Wüst stellte der Versammlung die Traditionsfiguren, die Teufel und Köhler sowie den Oberteufel, den Höllenhund und die Nonne vor und schilderte den Ablauf der Zimmerer Fasnet. Immendingens Bürgermeister Markus Hugger hatte zuvor in seinem Grußwort erläutert, dass die Gemeinde fünf Zünfte habe, drei davon, Zimmern, Hattingen und Hintschingen, sind Mitglieder der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee.

Planung für Narrenmuseum abgeschlossen

Der Präsident des Fasnachtsmuseums Schloss Langenstein, Michael Fuchs, dankte im Rahmen des Konvents für die enorme finanzielle Unterstützung, welche sämtliche Mitgliedszünfte der Vereinigung für den Bau des neuen Narrenmuseums aufgebracht haben. Auch seitens der Politik und Kommunen habe es viele Beiträge gegeben. Die Bauplanung für das Museum sei nun abgeschlossen. „Wir hoffen, dass das Gebäude 2021 steht“, so Fuchs. Gleichzeitig kündigte er an, dass das bisherige Museum Ende November für immer seine Pforten schließen wird.

Erstmals ein Medienbeauftragter

Neu gewählt wurden beim Herbstkonvent zwei Ratsverordnete, die den Rat der Narrenvereinigung ergänzen werden. Die bisher noch nicht dagewesene Aufgabe des Medienbeauftragten übernimmt künftig der 27-jährige Medienkaufmann Daniel Faschian aus Sauldorf. Ebenfalls erstmals besetzt wurde das Amt des zweiten Kanzelars, das an Jendo Mirthes (kaufmännischer Angestellter, 51) aus Volkertshausen ging. Beide sind zunächst für ein Jahr im Amt, bis der Konvent im Oktober 2020 den gesamten Rat auf vier Jahre neu wählt. Mirthes soll im kommenden Jahr an die Stelle des ausscheidenden langjährigen Kanzelars Bernd Schuckert nachrücken.