3 152 728,67 Euro. So hoch ist der Konzernjahresüberschuss des Gesundheitsverbunds Landkreis Konstanz im Jahr 2016. Und das, obwohl der Verbund zuvor mit einem Ergebnis von gerade mal 65 000 Euro gerechnet hatte. Die Kreisräte, die bei ihrer Sitzung am heutigen Montag ab 14 Uhr im großen Sitzungssaal des Landratsamts um die Zustimmung zum Konzernabschluss 2016 gebeten werden, dürften sich über diese Summe freuen. So wird es aber nicht weitergehen. Bereits für das noch nicht abgerechnete Jahr 2017 wird mit einem negativen Ergebnis von 0.9 Millionen Euro gerechnet.

Andrea Jagode, Pressesprecherin des Gesundheitsverbunds, nennt zwei Hauptgründe für das positive Ergebnis: Zum einen wurde eine große, nicht mehr benötigte Immobilie in Bad Säckingen, das Haus am Schöpfebach, an einen lokalen Investor verkauft. Und dann verzeichnete der Verbund stark steigende Patientenzahlen in unterschiedlichen Bereichen. Zugleich steige das Durchschnittsalter der Patienten. Mit zunehmendem Alter nehme auch die Schwere der teils mehrfachen Erkrankungen zu, was die Erlöse erhöhe.

Mehr Patienten durch neue Behandlungsmöglichkeiten

Außerdem seien in Singen bessere Behandlungsmöglichkeiten für Herzerkrankungen geschaffen worden, in Konstanz solche für Lungenerkrankungen. Patienten, die früher zum Beispiel Herzrhythmusstörungen in Freiburg oder Bad Krozingen behandeln lassen mussten, können dies nun in Singen tun. Laut Andrea Jagode mache sich die Schwerpunktbildung an den Standorten in der Bilanz deutlich bemerkbar. Die für den ganzen Landkreis zuständige Akutgeriatrie in Radolfzell werde weiter ausgebaut. Derzeit verfüge sie über 60 Betten, zuvor waren es 40, doch der Bedarf sei noch höher.

Betriebswirtschaftlich wird in Fallzahlen gemessen, nicht in Patientenzahlen. Andrea Jagode erläutert: "Wird ein Patient aus dem Krankenhaus entlassen, ist der Fall abgeschlossen. Kommt er ein paar Monate später wieder ins Krankenhaus, bedeutet das einen neuen Fall." 2016 gab es 49 359 Fälle, ein Jahr zuvor waren es noch 48 565.