"Es ist eine Lust, hier Landrat zu sein – und zu bleiben!" Mit diesen Worten beendet Frank Hämmerle nicht nur seinen Dank an die Redner beim Festakt zu seinem 65. Geburtstag und 20. Dienstjubiläum, sondern auch die Spekulationen, ob er das Amt weiter ausüben will. Er tut dies auf jene Art, die Joachim Walter als Vertreter des Landkreistages kurz zuvor so beschrieben hatte: "Frank Hämmerle besticht durch Witz und Ironie und kann im scheinbaren Plauderton Hintergründiges erzählen." Und noch etwas früher hatte Innenminister Thomas Strobl einen Hinweis gegeben: "Wir wünschen Dir alles Gute für die weitere Gestaltung des Landkreises."

Mit einem Blumenstrauß und Dankesworten der Festredner wird Christine Hämmerles Anteil am Erfolg ihres Mannes gewürdigt. Bild: Oliver Hanser
Mit einem Blumenstrauß und Dankesworten der Festredner wird Christine Hämmerles Anteil am Erfolg ihres Mannes gewürdigt. Bild: Oliver Hanser

Um diesen hat sich Frank Hämmerle nicht nur in 20 Jahren als Landrat, sondern zuvor schon in 13 Jahren als Dezernatsreferent verdient gemacht, betonten die Festredner vor etwa 200 Gästen aus vielen Bereichen der Gesellschaft. Zu den erwähnten Herausforderungen gehörten Verwaltungsreform, Klinikholding und Investitionen in die Bildung. Bei all diesen Aufgaben plus zahllosen Ehrenämtern sei er stets ein verlässlicher Partner und Moderator. Aber, so Joachim Walter: "Sein Harmoniebedürfnis nimmt ab, je weiter er von Konstanz weg ist." So charakterisierte er einen Kommunalpolitiker, der sich auf höherer Ebene mit Nachdruck für Landkreis und Kommunen einsetze. Der Bundestagsabgeordnete Andreas Jung nannte in seiner launigen Rede ein Beispiel: Hämmerle habe beim Thema Fracking die Politik angetrieben, was nach parteiübergreifendem Ringen in eine "Lex Bodensee" gemündet sei, die diese gefährliche Form der Gasförderung praktisch verhindere.

Bei allem Lob und Dank war viel Platz für humorvolle Charakterisierungen des Menschen Frank Hämmerle. Entgegen dessen ausdrücklichem Wunsch nutzte Uli Burchardt in der Funktion als erster stellvertretender Kreistagsvorsitzender jede Möglichkeit, Hämmerle als Jubilar zu bezeichnen. Burchardt hatte unfreiwillig auch die Aufgabe, die Zeit bis zum Eintreffen von Thomas Strobl zu füllen, der wohl noch auf der B 31 feststecke. Deren Lückenschluss schrieb Burchardt zu nicht geringem Teil dem Einsatz des Landrats zu. Strobl selbst nannte wenig später die Kombination von A 81 und Freitagnachmittag als Ursache der Verspätung. 20 Jahre Landrat und ein 65. Geburtstag seien zwar nicht unbedingt ein Grund aus Stuttgart anzureisen, aber die von schwäbischer Sparsamkeit des Geehrten geprägte Zusammenlegung zu einer Feier ließen eine Ausnahme zu. Hämmerle nahm später diesen Ball auf: Die Familie habe nach reiflicher Überlegung verworfen, auch noch die Geburtstage von Töchtern und Enkelkindern mitzufeiern. Dafür freute er sich über die Summe der statt Geschenken erbetenen Spenden für die Kunststiftung des Landkreises: 10 000 Euro.

Als Sprecher der Bürgermeister scherzte Artur Ostermaier, Hämmerles Wort habe nicht nur in Brüssel, Berlin und Stuttgart Gewicht, sondern auch im Landkreis. In Zeiten gewaltiger struktureller Änderungen habe sich der Landkreis unter Hämmerles vertrauenswürdiger Führung gut entwickelt. Am folgenden Stehempfang dürfte auch Personalratsvorsitzender Peter Kratt mehr Möglichkeiten gehabt haben, den Menschen Hämmerle zu erleben als im Berufsalltag, was Kratt in seiner Rede bedauerte.

 

Beruflicher Werdegang

Frank Hämmerle wurde am 22. August 1952 in Tübingen geboren. Dort erlangte er die allgemeine Hochschulreife und war anschließend Zeitsoldat bei der Bundesluftwaffe. Das folgende Studium der Rechtswissenschaften in Tübingen schloss er mit dem zweiten juristischen Staatsexamen ab. Von 1981-94 war er Dezernatsreferent am Landratsamt Konstanz. Nach einer dreijährigen Tätigkeit in Sachsen kam er 1997 ans Landratsamt zurück: als Chef. Frank Hämmerle wurde 2005 und 2013 als Landrat bestätigt.