Konstanz Fährebetrieb: Neues Schiff mit Gasmotoren soll 2019 fertig sein

Die Konstanzer Stadtwerke lassen ein neues Fährschiff bauen, das mit Gasmotoren angetrieben werden soll. Das Projekt ist inzwischen EU-weit ausgeschrieben. Und klar ist auch: Die umweltfreundlichen MTU-Gasmotoren können rechtzeitig geliefert werden.

Eine neue Autofähre soll auf der Linie Konstanz-Meersburg die 1970 in Dienst gestellte Fontainebleau ersetzen und möglichst noch 2019 an den Start gehen. Für das neue Schiff liefert Rolls-Royce Power Systems einen MTU-Gasantrieb, der deutlich umweltfreundlicher ist als Dieselmotoren. Als der Auftraggeber, die Konstanzer Stadtwerke, vor einigen Jahren das Projekt plante, ging man davon aus, dass die neue Fähre zunächst doch noch mit Dieselmotoren den Betrieb aufnehmen müsse, weil für die Produktion der Gasmotoren mehr Zeit zu veranschlagen sei.

Später sollte dann die Fähre umgerüstet werden. Inzwischen aber ist klar: Die Umrüstung wird nicht mehr nötig sein, die neue Fähre kann vom Start weg mit Gasmotoren fahren. "Der umweltfreundliche Antrieb wird rechtzeitig fertig", sagte Stadtwerke-Sprecher Josef Siebler. Rolls-Royce Power Systems bestätigte, man halte den Zeitplan ein, der vorgegeben sei.

Europaweite Ausschreibung 


Der Fährebau wurde inzwischen europaweit ausgeschrieben. Wer da zum Zuge kommt, ist noch offen. In der Ausschreibung ist als Vertragsbeginn Dezember 2017 genannt. Sicher ist, dass die Bodan-Werft in Kressbronn, die viele Fähren und Fahrgastschiffe gebaut hat, die auf dem Bodensee verkehren, nicht mehr als Produzent in Frage kommt, denn es gibt sie nicht mehr.

Nach Angaben des Stadtwerke-Sprechers ist sicher, dass die Teile des neuen Schiffs nicht am Bodensee gefertigt, aber in der Werft in Fussach in Vorarlberg zusammengebaut werden. Der Ausschreibung zufolge soll sich das Aussehen der neuen Fähre am Erscheinungsbild des Fährschiffs Lodi orientieren, das durch geschwungene Bogenlinien und viel Glas geprägt ist.

Im Unterschied zur Lodi werde aber ein markanter Mast die Silhouette des neuen Schiffs mitprägen, so heißt es. Das habe etwas mit den Sicherheitseinrichtungen für den Gasbetrieb zu tun.

Kein Ruß, keine Schwefeloxide 


Rolls-Royce Power Systems wird zwei Acht-Zylinder-Gasmotoren liefern, die jeweils eine Leistung von 746 Kilowatt erbringen. Das Erdgas wird in verflüssigter Form angeliefert und auf dem Schiff aufbereitet. Die Umwelt-Bilanz sieht nach weiteren Angaben der Stadtwerke so aus: Im Vergleich zu einem Dieselmotor ohne Abgasnachbehandlung stößt der Gasmotor keinen Ruß und keine Schwefeloxide aus, dazu 90 Prozent weniger Stickoxide und zehn Prozent weniger Treibhausgas.

Für den Bau des Fährschiffs mit innovativer umweltfreundlicher Antriebstechnik haben die Stadtwerke eine Förderzusage des Bundesverkehrsministeriums über 1,08 Millionen Euro erhalten. Der Zuschuss soll die technologiebedingten Mehrkosten für die Motoren abfedern. Im Dezember 2015 überreichte Norbert Barthle, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, bei einem Besuch in Konstanz die Förderzusage. Damals wurde der Fährebau auf 14,2 Millionen Euro beziffert. Derzeit allerdings möchten die Stadtwerke keine Kostenprognose mehr machen. Unklar ist noch, ob auch das baden-württembergische Verkehrsministerium das Leuchtturmprojekt Gasantrieb finanziell fördert.
 

Zur Autofähre

Die Verbindung Konstanz-Meersburg wurde 1928 in Betrieb genommen. Nach Angaben der Stadtwerke Konstanz transportieren heute sechs Fährschiffe pro Jahr 4,2 Millionen Personen und 1,5 Millionen Pkw über den See. In der Summe lassen sich durch den Fahrzeugtransport per Schiff pro Jahr 80 Millionen Auto-Kilometer einsparen. Das alte Fähre Fontainebleau soll als Kursfähre mit entsprechender Zulassung solange im Einsatz bleiben, bis die neue Fähre fertig ist.

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