Freie Liegeplätze im Konstanzer Hafen gibt es per se nicht. Zur Internationalen Bodenseewoche, die am Donnerstag beginnt und Teilnehmer aus dem In- und Ausland nach Konstanz führt, sind aber 136 Schiffe gemeldet. Wo aber werden die Boote während der viertägigen Wassersport-Großveranstaltung anlegen können? 80 Interimsliegeplätze bieten die Veranstalter an der Mittelmole im Konstanzer Hafen. Aber wo bringen die Organisatoren die restlichen 56 Schiffe unter? Dafür sorgt Reinhold Mathiebe, Segelabteilungsleiter des Deutsch-Schweizerischen Motorboot-Clubs (DSMC), der für die Platzvergabe bei der Bodenseewoche zuständig ist.

Die Arbeit gleicht einem kniffligen Puzzle

Für Außenstehende wirken die Rochade der Schiffe und die Verteilung der Liegeplätze wie ein kniffliges Puzzle. Reinhold Mathiebe hingegen zuckt die Schulter und spielt die ausgeklügelte organisatorische Leistung herunter, wenn er sagt: „Es ist kein großes Schachspiel, auch wenn es immer noch kurzfristige Veränderungen gibt. Schließlich ist alles längst eingespielt.“

Rechtzeitig werden die Mitglieder des DSMC angefragt, ob sie ihren Liegeplatz für den Veranstaltungszeitraum zur Verfügung stellen. Das Gute ist: Die Internationale Bodenseewoche markiert den Saisonstart. Nicht jeder Eigner hat zu diesem Zeitpunkt sein Schiff schon im Wasser. Für die anderen sucht Reinhold Mathiebe einen Platz in einem anderen Hafen, darunter in Staad, Kreuzlingen und Bottighofen, wie Mathiebe berichtet. „Alle Gemeinden und Hafenmeister helfen mit. Sie sprechen wiederum mit ihren Liegeplatzeigner und stellen unseren Mitgliedern für die vier Tage unentgeltlich Liegeplätze zur Verfügung“, hebt Reinhold Mathiebe das gute Miteinander hervor.

Die Maße vieler Schiffe im Kopf

Regattaschiffe verteilt Mathiebe mit Unterstützung des Hafenmeisters (“der die Maße beinahe aller Schiffe im Kopf hat und manch‘ einen bekniet, seinen Liegeplatz zur Verfügung zu stellen“) im Konstanzer Hafen. Die Länge der Schiffe stellt kein Problem dar, herausfordernder sei die Breite. Aber nicht nur die Maße müssen passen. Reinhold Mathiebe ist ein klein wenig ehrgeizig, denn sein Ziel ist es, ein attraktives Gesamtbild als Augenweide für die Betrachter zu gestalten.

Er hat immer die Zusammenstellung der unterschiedlichen Schiffe im Blick, die er zur Geltung bringen möchte: „Die klassischen Schiffe, die weit über hundert Jahre alt sind, werden umrahmt von allen anderen Klassen.“ Er schwärmt von Schiffen jeglicher Klassen, von den 45ern, Scherenkreuzer, von Sechs-Meter-Rennyachten, der ORC-Klasse. „Vom Klassenschiff bis hin zu den richtigen Rennziegen haben wir alles drin“, schmunzelt Mathiebe. Diese Vielfalt und die Schönheit der Schiffe will er gezielt zur Wirkung bringen, damit nicht nur die Herzen der Segler beim Anblick höher schlagen. Worauf sich Reinhold Mathiebe, der bei der Planung nicht gepokert, sondern auf Nummer Sicher gegangen ist, jetzt freut: „Ab heute haben wir Full House.“