Nach zwei Jahren Um- und Anbau im laufenden Betrieb war es so weit: Mit einem Einweihungsfest feierte die Sektion Konstanz des Deutschen Alpenvereins (DAV) die abgeschlossenen Arbeiten an der Konstanzer Hütte im Verwall (Österreich). Für Gäste hält die neu gestaltete Hütte einiges an Neuerungen bereit.

Bild: Bernhardt, Alexander

Die Gründer würden sich sicherlich freuen, wenn sie wüssten, dass aus ihrer Hütte ein heute bei Wanderern und Radlern beliebtes Ziel geworden ist. Ein Domizil mit 90 Schlafplätzen, das nun in neuem Glanz erstrahlt und allerlei Verbesserungen sowohl für Gäste als auch Personal und Hüttenwirte bringt.

Das sind die Neuerungen an der Hütte

Am auffälligsten ist von außen gesehen der vom Konstanzer Architekten Dirk Arnhold entworfene Anbau, dessen helle Schindeln im Sonnenlicht leuchten.

Die hellen Holzschindeln des Anbaus leuchten: Projektleiter Jürgen Pietsch (links) und DAV-Vorsitzender Nils Weidmann sitzen auf der neuen Personalterrasse.
Die hellen Holzschindeln des Anbaus leuchten: Projektleiter Jürgen Pietsch (links) und DAV-Vorsitzender Nils Weidmann sitzen auf der neuen Personalterrasse. | Bild: DAV Konstanz

Hier sind neben Einzelzimmern und einem Sozialraum für das Personal auch neue Gästezimmer mit maximal drei Betten entstanden.

Im Anbau sind neue Gästezimmer mit maximal drei Betten entstanden.
Im Anbau sind neue Gästezimmer mit maximal drei Betten entstanden. | Bild: DAV Konstanz

In seinem Keller befindet sich ein Herzstück der Hütte: die Lithium-Batterien, die den durch die neue Photovoltaikanlage entstanden Strom speichern. Damit wird die bisherige Wasserkraftanlage erweitert und Lastspitzen können besser abgedeckt werden. „Die Energieversorgung ist jetzt auf dem neuesten Stand und ausschließlich regenerativ,“ erläuterte Projektleiter Jürgen Pietsch während einer Führung.

Neuer Trockenraum, neue Waschräume

Für Gäste haben die Arbeiten auch einige Neuerungen im alten Gebäude mit sich gebracht: Wer einst bei Nacht durch die Stockwerke wandeln musste, findet heute auf jedem Stockwerk eine Toilette. Nach einer Wanderung den Schweiß abschrubben kann man im Untergeschoss: Hier wurden Duschkabinen eingebaut, die dem Wunsch nach Privatsphäre Rechnung tragen. Im ersten Obergeschoss gibt es zudem zwei Waschräume.

Moderne Ausstattung und Lichtkonzept: Blick in einen Waschraum.
Moderne Ausstattung und Lichtkonzept: Blick in einen Waschraum. | Bild: DAV Konstanz

Besonders sicher ist es in der Hütte übrigens im ebenfalls neuen Trockenraum – einem ehemaligen Bunker. Dieser musste damals beim Bau der Hütte verpflichtend eingebaut werden, konnte jetzt aber einem anderen Zweck gewidmet werden, erzählt Pietsch.

Brücken für Lebensmittel-Lieferung unterstützt

Was der Gast nicht sehen, aber vielleicht schmecken kann, ist außerdem eine Erweiterung der Küche, die einen besseren Betrieb für die Hüttenwirte Anita und Werner Hellweger gewährleistet. Diese führen die Konstanzer Hütte im vierten Jahr – und hatten während der Arbeiten durchgehend geöffnet.

Doch nicht nur das Ehepaar hatte einige Herausforderung zu meistern, sondern auch das Bauteam. Beispielsweise verfügt die auf 1688 Metern gelegene Konstanzer Hütte über einen Zufahrtsweg, dessen Brücken aber nicht für schwere Baufahrzeuge ausgelegt waren. „Die Brücken mussten mit Holzstempeln zusätzlich unterstützt werden,“ sagt Jürgen Pietsch.

„Der Verein kann stolz sein“

In der Küche (von links): Projektleiter Jürgen Pietsch, die Hüttenwirte Anita und Werner Hellweger sowie der Vorsitzende der DAV-Sektion Konstanz, Nils Weidmann.
In der Küche (von links): Projektleiter Jürgen Pietsch, die Hüttenwirte Anita und Werner Hellweger sowie der Vorsitzende der DAV-Sektion Konstanz, Nils Weidmann. | Bild: DAV Konstanz

1,2 Millionen Euro flossen in das Projekt – eine Investition, die sich gelohnt hat, da sind sich der Vorsitzende Nils Weidmann und Projektleiter Jürgen Pietsch einig. Mit allen Neuerungen – zu dem auch ein aktuelles Brandschutzkonzept gehört – befinde sich die Sektionshütte nun auf dem neuesten Stand – und sei somit für die kommenden Jahre bestens ausgestattet. „Der Verein kann stolz sein.“