Für den Kreisseniorenrat sei es ein unhaltbarer Zustand, dass ältere Menschen, Eltern und Kinder sowie Behinderte eine Stufe von einem halben Meter überwinden müssen, um in den Eisenbahnwagen einzusteigen. Eine erneute Verzögerung der Sanierung der Bahnsteige aufgrund eines Planfeststellungsverfahrens hätte die Deutsche Bahn bei sorgfältiger Planung vorhersehen müssen. Das empfinden die Seniorenvertreter als inakzeptabel und unseriös. Für den Kreisseniorenrat sei eine erneute Verzögerung nicht hinnehmbar, für ältere Bürger sei es gar eine regelrechte Demütigung. Die Seniorenräte fordern die Bahn auf, die Arbeiten an den Haltepunkten zügig beginnen zu lassen.

Auf eine Anfrage des SÜDKURIER gab die Deutsche Bahn zu den Vorwürfen keine eindeutige Stellungnahme ab. Auf die Vorwürfe angesprochen, antwortete ein Bahnsprecher lediglich: „Das Planfeststellungsverfahren für die Erneuerung der Seehas-Bahnsteige Konstanz-Petershausen, Böhringen-Rickelshausen, Mühlhausen und Welschingen-Neuhausen sowie Engen ist noch nicht abgeschlossen.“ So sei der Beginn der Sanierungsarbeiten voraussichtlich im Herbst 2018 geplant, so der Bahnsprecher weiter. Wie berichtet dürfte das Verfahren die Projektkosten verteuern.

Laut den Bürgermeistern Hans-Peter Lehmann (Mühlhausen-Ehingen) und Johannes Moser (Engen) soll es in dem Verfahren, vor allem um Lärmbelastungen gehen. Es liege seit Spätherbst 2016 beim Regierungspräsidium in Freiburg vor. Darüber habe die Bahn die Kommunen, Städte und Gemeinden nicht informiert, so Lehmann.

Die komplette Bahnsteigsanierung sei seit dem Jahr 2012 durchfinanziert und müsse bis 2018 abgerechnet sein, so stellte Moser heraus. Dies sei bei dem erneut verschobenen Bautermin kaum realisierbar.