Kreis Konstanz Chefs des Gesundheitsverbunds im Kreis Konstanz zum Streik: Vorgehen Verdis "unverantwortlich"

Der Warnstreik erfasst auch die Kliniken in Konstanz, Radolfzell und Singen. Verdi verhalte sich verantwortungslos, meinen die Chefs des Klinikverbands. Verdi kontert: Gefährlich seien vielmehr die Krisenpläne des Verbunds gewesen.

Gefährdet der derzeitige Warnstreik im Öffentlichen Dienst Patienten in den Kliniken in Konstanz, Singen und Radolfzell? Genau das wirft der Betreiber der Krankenhäuser, der vom Landkreis mitgetragene Gesundheitsverbund, der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vor. Das Vorgehen Verdis sei „bezogen auf die Patientenversorgung unverantwortlich“, heißt es in einer Presseerklärung von Peter Fischer und Rainer Ott, den Geschäftsführern des Gesundheitsverbunds.

Verdi bestreikt nicht nur Fähre, Busse und Kitas, sondern auch die drei Kliniken: von Montag, 18 Uhr, bis Dienstag, 21 Uhr. Intensivstationen nimmt Verdi aus und vereinbarte für den Konstanzer OP-Bereich mit dem Gesundheitsverbund einen personellen Notbetrieb. Den hätten Fischer und Ott gern auch für die Normalstationen ausgehandelt. „Dies wurde aber von Verdi kategorisch abgelehnt“, schimpfen die Klinik-Chefs in der Presseerklärung. Sie zeigen zwar durchaus Verständnis für die Forderungen der Gewerkschafter. Doch trage Verdi den Kampf „zulasten der Patienten und deren Versorgung“ aus.

Der Verbund habe eine Art Streik-Notstation mit einem Pfleger für 15 Patienten einrichten wollen, sagt Sylvia Nosko, Geschäftsführerin von Verdi Schwarzwald-Bodensee. Und dafür sollte Verdi einen Pfleger abstellen. Ein solches 1:15-Modell „wäre für die Patienten hochgefährlich, deshalb habe ich abgelehnt“, sagt Nosko. Was etwa, wenn der Pfleger dringend gerufen werde, während er sich um einen anderen Patienten kümmern muss? Wann solle er zum WC gehen dürfen? Fischer hätte das Notmodell für „händelbar“ gehalten: „Wir hätten keine Schwerkranken dorthin verlegt.“ Der Verbund müsse eben Nicht-Akutes verschieben und nicht entlassbare Patienten auf weniger Stationen verteilen, sagt Nosko. „Wir bestreiken keinen Kreißsaal, keine Dialyse, keine Onkologie. Keine schwangere Frau, kein Herzinfarkt-, kein Schlaganfall-Patient muss Angst haben.“ In Konstanz und Singen seien diverse Normalstationen betroffen, in Radolfzell streikten nur Anästhesiepfleger.

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