Das Schweizer Fernsehen will ab 3. Juni das Antennensignal DVB-T für den TV-Empfang abschalten. Die als Sparmaßnahme angekündigte Entscheidung trifft auf deutscher Seite auch Kunden von mindestens zwei Kabel-Anbietern, die das Antennensignal bisher nutzen, um die Schweizer Programme SRF 1, SRF 2 und SRF Info in ihr Netz einzuspeisen.

Seit Wochen ebbt die Kritik an den Plänen der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG nicht ab. Der Konstanzer Landrat Frank Hämmerle hat angekündigt, er werde das Thema in den Grenzlandausschuss für deutsch-schweizerische Angelegenheiten einbringen. Auch die Internationale Bodensee-Konferenz beschäftigt sich mit der Frage. Zudem wollen sich die CDU-Bundestagsabgeordneten Felix Schreiner (Waldshut) und Andreas Jung (Konstanz) für eine akzeptable Lösung einsetzen.

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In der Diskussion hat sich jetzt auch die mitgliederstarke Konstanzer Bürgermeinschaft Petershausen (BGP) zu Wort gemeldet. In einem von den Vorständen Christian Millauer und Dietmar Messmer gezeichneten Schreiben führt die BGP aus, von der Antennenabschaltung seien im Grenzgebiet mehr als 1,5 Millionen Haushalte betroffen. Das Schweizer Vorgehen bedeute für die Grenzregion eine massive Einschränkung in der Kommunikation und widerspreche in eklatanter Weise dem politisch stets betonten Willen gutnachbarlicher Beziehungen.

"Es ist nicht vermittelbar, dass wir Fernsehprogramme aus der ganzen Welt empfangen können, aber die unserer direkten Nachbarn mit unserer Landessprache nicht oder nur mit erheblichem technischen und finanziellen Aufwand", heißt es in der Erklärung der Bürgergemeinschaft. Schließlich weist die BGP noch darauf hin, dass deutsche Programme von ARD und ZDF in der Schweiz kostenlos zu empfangen seien.