Kreis Konstanz Blasmusik symphonisch und jazzig

Die Universitäts-Ensembles „Wind Symphonica“ und Bigband traten gemeinsam im Audimax auf.

Vor Jahresfrist hat sich „Wind Symphonica“ in einem mäßig großen Uni-Hörsaal selbst aus der Taufe gehoben. Jetzt zog das Hochschul-Blasorchester zum Sommerkonzert ins beachtlich gut gefüllte Audimax. Und um ein weiteres Ausrufezeichen zu setzen, tat es sich mit der Uni-Bigband zusammen und schmetterte zum Finale, dann so um die 70 Spieler stark, zwei Titel.

Ganz barock-klassisch begann das Blasorchester unter seinem umsichtigen Leiter Ralph Brodmann mit Sätzen aus Georg Friedrich Händels Wassermusik, wo die rasenden Geigenfiguren den Flöten und Klarinetten fast zuviel abverlangten, das mächtige Blech dafür noch wuchtiger klang als in Händels Original auf der Themse. Der Name Dmitri Schostakowitsch ließ schwere Kost erwarten, aber seine Jazz-Suite ist die reine, fast schon alpenländische Musikvereinsmusik voll lustiger Zitate und frecher Figürchen.

Aus beschaulich-ruhiger Piccolo-Melodie mit samtweichem Klarinettengrund entwickelte das Blasorchester in der „Forrest Gump Suite“ ein drängendes Finale, geleitet vom Vizedirigenten Daniel Bölli, bevor sich die blassymphonische Konzertstunde mit Auszügen aus dem Musical „Wicked“ („Die Hexen von Oz“) rundete: Da arbeitete sich das Leitmotiv durch böse, schrille Passagen kreischenden Blechs und die seltenen Ruhemomente im Kampf der Guten mit den Bösen.

Die Uni-Bigband unter dem sauber ordnenden und seine 25 Musiker groovig führenden Leader Christian Mader übernahm die zweite Konzertstunde mit vielen, oft prägnant kurzen Standards und Bearbeitungen: Fetziges „Locked out of Heaven“ als Opening, „Greetings and Salutations“ mit Soloeinlagen von Trompete, Bassgitarre und fulminanten Drums zum Finale. Dazwischen Vocalsoli von Zhile Qiu (mit fast zu fein gesungenem „Summertime“) und Nadine Maikler (mit runder, zupackender Jazzstimme in „Son of a Preacherman“ und swingendem „Orange Colored Sky“) und allerhand funkigen, poppigen Nummern. Eine viel beklatschte Truppe mit auffallend brillanten Soli (Trompete, Posaune, Piano, Saxofon, Drums), zu der die etwas schnodderig gelieferten Titelansagen nicht so recht passen wollten. Großes Finale beider Formationen unter beiden Dirigenten: „Round Midnights“ elegisch-bluesiger Melodie folgten die saftigen Basspatterns von „The Chicken“, wo viele Solisten und das Tutti nochmals ihre „Vorhänge“ bekamen.

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