Mehrere Monate musste sich die Gemeinde Büsingen gedulden, bis eine Sitzbank aufgestellt und eine dazugehörige Kaiserlinde gepflanzt werden konnte. Die Sitzbank hatte die Gemeinde am 18. November vom Kanton Schaffhausen beim Festakt zum 50. Jubiläum des Büsinger Staatsvertrages zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft erhalten. Der Landkreis Konstanz steuerte die Kaiserlinde bei. Nun wurden beide Geschenke vom Konstanzer Landrat Frank Hämmerle und dem Schaffhauser Regierungsrat Christian Amsler in einer romantischen Schneise am Rheinufer auf der Höhe der Bushaltestelle Wiesle dem Büsinger Bürgermeister Markus Möll übergeben.

Die Geschenkübergabe fand im Beisein einiger Büsinger Gemeinderäte und Bürger statt. Unter den Gästen waren auch der Schaffhauser Staatsschreiber Stefan Bilger, die Büsinger Ehrenbürgerin Carina Schweizer und Hermann Waldvogel aus Büttenhardt. Dieser hatte die Sitzbank aus Eschenholz vom oberen Reiat in Handarbeit gezimmert. "Es ist klar, dass auch ich ehrenvoll mit meiner Frau hier in einem geheimen Moment an einem schönen Sommerabend mal etwas schmusen werde", sagte Christian Amsler. Er gab sich als großer Rheinfan zu erkennen, der Büsingen seit seiner Jugend kennt. Die Schneise direkt am Hochrhein bezeichnete der Schaffhauser "Außenminister" als würdevollen Ort im Vierländereck Deutschland, Thurgau, Schaffhausen, Zürich, wo sich der Hochrhein in seiner brachialen Naturgewalt zeige.

Kaiserlinde hat zwei Bezüge zum Landkreis

Frank Hämmerle bezeichnete die Kaiserlinde, die von der Baumschule Ammann aus Steißlingen kam, als geeignetes Geschenk, da die Linde der Wappenbaum des Landkreises Konstanz ist und das Lindenblatt auch im Wappenschild der Grafen von Bodman ist, dem ältesten Geschlecht des Landkreises. Hämmerle erinnerte im geschichtsträchtigen Büsingen daran, dass der Hegau in den letzten 1000 Jahren einen herben Verlust hinnehmen musste, als Schaffhausen zur Eidgenossenschaft gegangen ist. Dafür habe man aber das linksrheinische Konstanz dazugewonnen, das früher als Bischofssitz nicht zum Hegau gehörte.

Nach der Geschenkübergabe wurde die Kaiserlinde vom Büsinger Bauhof gepflanzt, der künftig auch für den Unterhalt des neuen Büsinger Schmuseplätzchens sorgen wird.