Konstanz Außenbordmotoren sind auch im Winter beliebte Beute

Eine Diebstahlserie am Schweizer Ufer von Untersee und Rhein beschäftigt die Ermittler.

Der Diebstahl von Außenbordmotoren ist am Bodensee keineswegs nur eine Saisonaktivität in den Sommermonaten. Auch im Winter gehen kriminelle Täter ans Werk. Das zeigen drei aktuelle Fälle auf Schweizer Seite von See und Rhein. Der erste Diebstahlsalarm erreichte die Schaffhauser Polizei am 3. Februar. In Feuerthalen am Rhein hatte ein Mann den Diebstahl zweier Motoren an seinem Fährboot gemeldet. Die Ermittlungen ergaben dann, dass an sechs weiteren Booten, die an Pfählen im Strom vertäut waren, die Motoren abmontiert worden waren. Mit einem zuvor entwendeten Boot hatten die Täter ihre schwimmenden Ziele angesteuert. Die Motoren wurden später in ein Transportfahrzeug geladen.

Wenige Tage später schlugen Motorendiebe am Untersee zu. Vor Tägerwilen wurden vier Bootsantriebe abmontiert. Vermutlich geschah dies in der Zeit zwischen dem 7. und 9 Februar. Den Wert der Beute bezifferte die Thurgauer Kantonspolizei auf 20 000 Schweizer Franken. Der dritte Diebstahlsfall wurde dann aus Ermatingen gemeldet. Hier kamen nach Angaben von Daniel Meili, Sprecher der Kantonspolizei Thurgau, zwei Aggregate im Wert von 12 500 Euro abhanden. Dass der Zeitpunkt der Tat sich hier nur grob einkreisen lässt (6. bis 12. Februar), charakterisiert die Situation im Winter. "Die Boote, die im Wasser liegen, werden weniger bewegt", sagt Daniel Meili. Unter Umständen dauert es einige Tage, bis ein Motorendiebstahl bemerkt und dann angezeigt wird. Möglicherweise ist auch das Risiko für die Täter, bei ihrem Streifzug erwischt zu werden, im Winter geringer.

Aus Sicht des Frauenfelder Polizeisprechers vollzieht sich der Motorendiebstahl statistisch betrachtet in gewissen Wellenbewegungen. 2017 wurden am Thurgauer Bodenseeufer 13 Motoren gestohlen, 2016 waren es 30. Die Thurgauer Ermittler sehen jedenfalls das Problem als so gravierend und dringlich an, dass sie gemeinsam mit der Schaffhauser Polizei einen neuen Flyer erarbeitet haben. Sie sind überzeugt, dass die Diebe oft zu leichtes Spiel haben. Der Diebstahl eines ungesicherten Außenbordmotors sei ähnlich einfach wie der Diebstahl eines nicht abgeschlossenen Fahrrads. "Mein Motor bleibt an meinem Boot", so lautet das Motto in dem Merkblatt, in dem Tipps zusammengestellt sind, die Kriminellen ihr Tun erschweren sollen. Der Diebstahl von Außenbordmotoren ist auch für das in Konstanz angesiedelte Kompetenz-Zentrum Bootskriminalität (KBK) ein wichtiges Ermittlungsfeld. Christof Wolf, der stellvertretende Leiter der bundesweit und international agierenden Spezialabteilung der Wasserschutzpolizei, lobt die gute Zusammenarbeit mit den Schweizer Polizeikollegen. Man tausche Erkenntnisse aus und halte sich gegenseitig über Entwicklungen auf dem Laufenden.

Allein für 2016 hat das KBK in einer früheren Bilanz den deutschlandweiten Schaden durch Diebstahl von Booten und Bootsmotoren auf zehn Millionen Euro beziffert. Dabei entfielen sieben Millionen Euro auf Außenbordmotoren-Diebstähle. Das Konstanzer KBK ermittelt selbst in einer Serie, die beinahe zwei Jahre zurückliegt. So wurden 2016 zwischen März und Oktober am Überlinger See und am deutschen Untersee 65 Außenbordmotoren gestohlen. Schauplätze waren Bojenfelder und Liegeplätze an Steganlagen. Die Ermittlungen sind laut KBK noch nicht abgeschlossen. Unterdessen ist davon auszugehen, dass der Motorenklau ein internationales Geschäft ist. Der osteuropäische Raum gilt als guter Absatzmarkt. Dorthin führten in früheren Fällen auch oft die Spuren der Täter.

Motor an die Kette

Thurgauer und Schaffhauser Polizei werben dafür, es potenziellen Dieben von Außenbordmotoren möglichst schwer zu machen. Die meisten Bootsmotoren seien nicht gesichert, sondern nur mit Klemmschrauben am Schiff montiert. Diese Befestigung biete keinen Schutz. So wie Fahrräder angekettet werden, sollten auch Bootsmotoren gesichert werden. Dafür gebe es im Fachhandel spezielle Außenborderschlösser beziehungsweise Sicherungssysteme.

Das Merkblatt "Bootsmotorendiebstahl" gibt es im Internet bei der Seepolizei der Kantonspolizei Thurgau

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