Der Wert für die Sieben-Tages-Inzidenz der Coronainfektionen liegt im Kreis momentan zwischen 50 und 60. „Er ist über dem Landesschnitt“, sagte Landrat Zeno Danner in der wöchentlichen Corona-Konferenz, das sei in der Vergangenheit anders gewesen. Grund zur Sorge bereitet ihm die Zahl der nachgewiesenen Mutationsfälle.

Mutationen bereiten Sorge

66 Fälle der britischen Mutation sind im Kreis bekannt. Sie gingen von Infektionen im Raum Stockach aus, nach Informationen des SÜDKURIER sind sie bei einem Massentest in der Firma Haas in Stockach entdeckt worden. Die Infektionen begrenzen sich aber nicht mehr auf dieses Gebiet. Inzwischen seien die Fälle auf den Landkreis verteilt, sagte Danner, mit einem Schwerpunkt in Singen und Stockach. Einen Ursprung der Infektionsquelle im Ausland habe man nicht feststellen können. „Wegen der Mutationsfälle befinden wir uns in einer angespannten Lage“, so Danner.

So ist die Lage in den Kliniken

Dabei hat die Zahl der Corona-Erkrankten in den Krankenhäusern stark abgenommen. In den Hegau-Bodensee-Kliniken Singen und Radolfzell würden im Moment 17 Patienten mit einer Corona-Infektion behandelt, berichtete Frank Hinder, ärztlicher Direktor am Klinikum Singen. Davon seien in Singen sieben Patienten auf der Normal-, zwei auf der Intensivstation, bei einem Patienten liege noch kein Testergebnis vor. In Radolfzell würden sechs Patienten auf der Normalstation behandelt, ein Fall sei noch nicht bestätigt. In Konstanz sind im Moment sechs Patienten stationär aufgenommen, davon zwei auf der Intensivstation, wie Ivo Quack, Leiter der Zentralen Notaufnahme, berichtete.

Beim Klinikpersonal können die Impfungen beginnen

Jetzt soll es möglich sein, Klinikpersonal in größerer Zahl zu impfen. Ab heute wird Impfstoff der Firma Astrazeneca erwartet, der vom Kreisimpfzentrum Friedrichshafen geliefert wird. Der Impfstoff ist für die Altersgruppe von 18 bis 65 Jahren zugelassen. Am Klinikum Konstanz habe man eine Priorisierungsliste erstellt, wie Quack erläuterte, ein Ethikgremium habe die Einteilung nochmals verfeinert. Man beginne mit der Impfung der „Hochrisikogruppe 1“, also jener Mitarbeiter, die auf den Covid-Stationen arbeiten.

Eine Ausgangssperre ist im Moment nicht aktuell

Landrat Danner plädiert nicht für die Verhängung einer Ausgangssperre. Relevant werde die Überlegung erst, wenn die Sieben-Tages-Inzidenz eine Woche lang über 50 liege, das sei nicht der Fall. „Es scheint mir zudem ein hartes Mittel, dessen Wirksamkeit umstritten ist“, so Danner.

Schnellteste für Lehrer und Erzieher

Das Landratsamt erarbeite in Abstimmung mit Ärzten ein Konzept, wie Lehrer und Erzieher unkompliziert getestet werden können. Im Gespräch seien mobile Angebote, dass also ein Testmobil an die Schulen komme, um das Kollegium zu testen.