Heute selbstverständlich, vor mehr als 90 Jahren aber höchst umstritten: Die Fährverbindung zwischen Konstanz-Staad und Meersburg. „Es hatte mehrere Varianten gegeben. Die Schiffe hätten auch am Konstanzer Hafen ablegen und nach Unteruhldingen fahren können“, skizziert Norbert Reuter, Geschäftsführer der Stadtwerke Konstanz.

Dem damaligen Konstanzer Bürgermeister Fritz Arnold am Ende die heute bekannte Route zu verdanken; „die beste Variante“, wie Reuter heute befindet, der mit Blick auf die vergangenen neun Jahrzehnte von einer Erfolgsgeschichte spricht.

Das ist sie, die Fähre Konstanz. Ein Verein hat sie restauriert, heute wird sie für Gastronomie und Rundfahrten genutzt.
Das ist sie, die Fähre Konstanz. Ein Verein hat sie restauriert, heute wird sie für Gastronomie und Rundfahrten genutzt. | Bild: privat

Zum 90-jährigen Bestehen der Fährverbindung hatten die Stadtwerke, die die Fährverbindung über den Bodensee betreiben, in enger Zusammenarbeit mit dem Konstanzer Stadtarchiv im Jahr 2018 eine Ausstellung erarbeitet und auf einer der Fähren präsentiert.

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Erste Fahrt am 30. September 1928

Dorothee Jacobs-Krahnen, damals Stadtwerke-Aufsichtsrätin und stellvertretende Vorsitzende der Volkshochschule (Vhs) Landkreis Konstanz, hatte die Idee, diese auch in die Ausstellungsräume der Konstanzer Vhs zu holen. Ab dem Samstag, 19. September, sind neun großformatige Fotografien auf Leinwand, welche quasi für jede Dekade symbolisch stehen, sowie Modelle der Fährschiffe zu sehen. Die erste Fähre legte am 30. September 1928 ab.

Sie bringen die Fähre in die Konstanzer Altstadt (von links): Melanie Straub, Marketing Manager Mobilität der Stadtwerke Konstanz, Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Reuter und Stephan Kühnle, Leiter der Vhs-Geschäftsstelle.
Sie bringen die Fähre in die Konstanzer Altstadt (von links): Melanie Straub, Marketing Manager Mobilität der Stadtwerke Konstanz, Stadtwerke-Geschäftsführer Norbert Reuter und Stephan Kühnle, Leiter der Vhs-Geschäftsstelle. | Bild: Scherrer, Aurelia

Norbert Reuter schmunzelt, wenn er an die Diskussionen vor beinahe 100 Jahren und die augenfälligen Parallelen zur Gegenwart denkt: „Die Kosten für die beiden Fährhäfen verdoppelten sich und es gab damals schon eine Zeitverzögerung.“

1956: Ein Schiffsführer am Steuerrad der Fähre Konstanz.
1956: Ein Schiffsführer am Steuerrad der Fähre Konstanz. | Bild: Stadtarchiv, Z1.47

Die Inbetriebnahme war für Pfingsten 1928 vorgesehen, verschob sich dann aber auf September. Allen Unkenrufen zum Trotz, habe bereits zu Beginn der schwimmenden Brücke die Nachfrage die Erwartungen bei weitem übertroffen, sagt Reuter.

Nächster Auftrag ein Jahr später

Bereits 1929 wurde der Bau des nächsten Schiffes in Auftrag gegeben; 1937 folgte die Auftragsvergabe für die dritte Fähre. Bereits seit Ende der 1950er Jahre sind sechs Schiffe im Einsatz; seit 1967 fährt die Fähre die ganze Nacht hindurch.

Eine Luftaufnahme um 1960: Der Blick vom Flugzeug aus auf den Fährehafen im Konstanzer Stadtteil Staad.
Eine Luftaufnahme um 1960: Der Blick vom Flugzeug aus auf den Fährehafen im Konstanzer Stadtteil Staad. | Bild: Stadtarchiv Z1.verkA-3757

„Seit 53 Jahren also rund um die Uhr“, sagt Norbert Reuter. Er hat auch die Zukunft bereits im Blick und spielt 100 Jahre Autofähre an. Bis dahin gelte es, emissionsfreie Antriebslösungen zu finden. Der Besuch der Ausstellung und von Veranstaltungen ist kostenfrei.

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