Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran. Und mit ihr kommen neue Herausforderungen, denen sich jedes Unternehmen – vom Ein-Mann-Betrieb bis zum internationalen Megakonzern – stellen muss, um zukunftsfähig zu bleiben.

Genau hier setzt das Netzwerk Cyberlago an, das Unternehmen in der Bodenseeregion und darüber hinaus verbindet und das nun mit der Firma Autphone im bayrischen Hofkirchen das 100. Mitgliedsunternehmen begrüßen durfte. Angesichts dieses Wachstums stellt sich die Frage, warum sich Firmen für die Vernetzung interessieren und ob es in der heutigen Welt dazu überhaupt eine Alternative gibt.

Das Kernteam von Cyberlago: Jürgen Neuschwander (Vorstandsmitglied, von links), Nicole Amann (Kommunikation), Tobias Fauth (Geschäftsführer), Verena Welling (Officemanagement) und Andreas Owen (Vorstandsvorsitzender) freuen sich über das 100. Cyberlago-Mitglied.
Das Kernteam von Cyberlago: Jürgen Neuschwander (Vorstandsmitglied, von links), Nicole Amann (Kommunikation), Tobias Fauth (Geschäftsführer), Verena Welling (Officemanagement) und Andreas Owen (Vorstandsvorsitzender) freuen sich über das 100. Cyberlago-Mitglied. | Bild: Cyberlago

Branche kämpft mit Fachkräftemangel

„Die Idee von Cyberlago ist das gegenseitige Stärken“, sagt Geschäftsführer Tobias Fauth. Ziel sei es, den Partnern durch die Vernetzung leichtere Zugänge zu Kompetenzen zu ermöglichen und zugleich das in der Region vorhandene Wissen nach außen hin sichtbar zu machen. Sowohl viele Kunden als auch – und das ist eines der Hauptprobleme der Branche – Fachkräfte denken, dass das Wissen nur in Großstädten zu finden sei, meint Fauth.

„Das stimmt aber nicht. Man muss nicht in die Metropole gehen, um ein tolles Unternehmen zu finden.“ Der Personalmangel führe dazu, dass Ideen nicht umgesetzt werden können. „Daran müssen wir arbeiten“, sagt Tobias Fauth. Probleme machen aber auch die Lage auf dem Wohnungsmarkt und der Zustand der Infrastruktur.

Warum das Netzwerken notwendig ist

Zurück zu den Eingangsfragen: Ist die Vernetzung heute überhaupt nötig? Cyberlago-Geschäftsführer Fauth beantwortet dies mit einem klaren Ja. „Es war nie unwichtig, sich zu vernetzen“, sagt er. „In Zeiten der Digitalisierung ist das noch wichtiger geworden.“ Denn viele Herausforderungen könne ein Akteur allein nicht stemmen.

Dazu brauche es Kooperation. Und diese komme in einem solchen Netzwerk, in dem es bereits Berührungspunkte gibt, leichter zustande, meint Fauth. „Das ist Vorleistung für Kooperation. Es entsteht eine ganz neue Form der Kooperationsmöglichkeiten.“

Video: Lange, Tobias

Die Aufgabe von Cyberlago bestehe auch nicht darin, Ideen der Mitglieder umzusetzen, sagt er. „Wir sind die, die versuchen, das aufzuschnappen und Wege zu ermöglichen.“ Etwa indem das Netzwerk potenzielle Partner zusammenbringt und die Unternehmen zu etwaigen Fördermöglichkeiten berät. „Wir schaffen Gelegenheiten und öffnen Türen.“

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Auch große Unternehmen profitieren

Unter den Mitgliedern finden sich von Ein-Mann-Betrieben bis zu Unternehmen mit mehreren 1000 Mitarbeitern Firmen und Einrichtungen jeder Größenordnung. Den Hauptteil machen laut Tobias Fauth aber eher die kleineren Unternehmen mit 15 bis 20 Angestellten aus. „Die meisten sind echt klein“, sagt er. Nun sollte man meinen, dass große Unternehmen auch ohne Vernetzung zurecht kommen.

Sie haben mehr Mitarbeiter und an Bekanntheit dürfte es ihnen in der Regel weniger Mangeln, als der Ich-AG. Dennoch: „Die großen Unternehmen haben großes Interesse daran, was die kleinen machen“, ist Tobias Fauth überzeugt. Denn dort entstünden Innovationen, deren Nähe sie suchen.

Tobias Fauth und Nicole Amann sind Ansprechpartner für die Unternehmen in der Region in Sachen Digitalisierung.
Tobias Fauth und Nicole Amann sind Ansprechpartner für die Unternehmen in der Region in Sachen Digitalisierung. | Bild: Lange, Tobias

Und wie geht das Netzwerk mit Konkurrenz um? „Es gibt Konkurrenzdenken im Bereich Digitalisierung„, sagt Fauth. Grund sei, dass es viele Akteure und Fördergelder in der Branche gebe. Das Netzwerk sehe er aber nicht in Rivalität zu anderen. Im Gegenteil: „Wir kooperieren potenziell mit allen“, sagt Fauth. Auch mit vergleichbaren Netzwerken, die in anderen Regionen oder landesweit tätig sind.

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Die Region könne es sich nicht leisten, sich auf Konkurrenzkämpfe einzulassen, sondern müsse sich auf die eigene Stärkung konzentrieren. Eine Entwicklungsmöglichkeit sieht Tobias Fauth im Wissensaustausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. An den Hochschulen entstehe sehr viel Wissen, aber die Unternehmen wüssten nicht, was dort passiert, sagt er. Daran soll in Zukunft gearbeitet werden.