Was lange währt, wird endlich gut. Unter dieses Motto kann man zwei Projekte in Konstanz stellen, die lange geplant waren, aber im kommenden Jahr fertig werden sollen: Der in die Jahre gekommene Konzilvorplatz als seeseitiges Eingangstor zur Stadt wurde verschönert und bietet ab Mitte März 2021 mit komfortablen Liegedecks neue Aufenthaltsqualität für Einheimische und Gäste. Beide Zielgruppen sind auch auf dem Campingplatz Litzelstetten willkommen, der ein Jahr pausierte, um in neuem Erscheinungsbild ab Saisonstart 2021 der naturnahen Erholung zu dienen.

Der Litzelstetter Campingplatz – mitten im Naturschutzgebiet direkt an der Mainau-Bucht gelegen – ist schon für sich ein Kleinod. Allerdings hatte der seit 1954 bestehende Platz mittlerweile eher Retro-Charme. Doch obgleich Sanitärgebäude und der Kiosk, die in den 1960er-Jahren erbaut wurden, längst marode geworden waren, blieben die Besucher nicht aus.

Seit November wird auf dem Campingplatz gebaut

Die Stadt Konstanz als Verpächterin des etwa 8000 Quadratmeter großen Grundstücks hat letztlich per Gemeinderatsbeschluss entschieden, Geld in die Hand zu nehmen, um das kleine Urlaubsziel wieder in Schuss zu bringen. 870.000 Euro wurden bewilligt, die beiden maroden Gebäude sowie die Uferverbauungen abgerissen. Ziel war es, eine moderne Infrastruktur mit ökologischer Ausrichtung zu schaffen, den Uferbereich zu renaturieren und gleichzeitig den Platz naturnah zu gestalten.

Mit dem Bau des neuen Sanitärgebäudes wurde im November begonnen. „Es wird klein und fein“, sagte Thomas Stegmann, Leiter des städtischen Hochbauamtes. Gemeinsam mit seinem Kollegen Manuel Eckhardt zeichnet er für die Planung des Gebäudes verantwortlich. Dieses wird in den Hang hineingebaut. Im Souterrain werden die sanitären Einrichtungen erbaut.

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Im Obergeschoss ist ein 43 Quadratmeter großer Aufenthaltsraum mit Kamin geplant, sodass auch in der kühlen bis kalten Übergangszeit Aufenthaltsqualität geboten ist. Einen 25 Quadratmeter großen Bistrobereich wird es ebenfalls geben sowie eine 74 Quadratmeter große Terrasse.

„Von dort wird man einen grandiosen Blick auf den See und die Insel Mainau haben. Gerade diese Blickbeziehungen waren mir wichtig“, erläutert Stegmann. Das Dach des Neubaus wird mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Der Entwurf überzeugte den Gestaltungsbeirat der Stadt Konstanz, der voll des Lobes war.

Diesen Blick in die Natur und auf den See können Urlauber und Einheimische ab April 2021 vom Campingplatz Litzelstetten aus genießen.
Diesen Blick in die Natur und auf den See können Urlauber und Einheimische ab April 2021 vom Campingplatz Litzelstetten aus genießen. | Bild: Scherrer, Aurelia

Die Sanierung des Platzes obliegt dem Amt für Stadtplanung und Umwelt. Der Uferbereich wurde bereits renaturiert. Der Platz mit seiner Hanglage wird leicht terrassiert, möglichst viel Fläche entsiegelt und mit heimischer Vegetation gestaltet. Insgesamt solle es ein möglichst autofreier Platz und insbesondere für Radurlauber attraktiv werden, wie Eric Thiel, Geschäftsführer der Marketing und Tourismus Konstanz GmbH (MTK) betont.

Die MTK ist Pächterin und künftige Betreiberin des Campingplatzes. „Er wird naturnah und gleichwohl nobel – ein grünes Juwel“, so Thiel. „Campingurlaube liegen im Trend. Aber auch wer grün denkt und ökologisch unterwegs ist, hat hohe Ansprüche an Komfort und dementsprechende Infrastruktur“, sagt er. Schließlich betreibt die MTK seit Jahren auch den Campingplatz Klausenhorn in Dingelsdorf.

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Im Rahmen der Sanierung des im Naturschutzgebiet befindlichen Campingplatzes Litzelstetten wird der Fokus auf naturnahe Erholung gelegt. Radreisende seien die erklärte Zielgruppe, denn in Litzelstetten sind die 60 verfügbaren Plätze vor allem für Zelte vorgesehen. Nur im oberen, an der Straße gelegenen Bereich würden Caravans und kleine Wohnwagen zugelassen. Die Eröffnung soll zum Saisonstart im April erfolgen.

Der neue Konzilvorplatz wird im Frühjahr fertig

Bereits Mitte März 2021 wird die Umgestaltung des Vorplatzes des historischen Konzilgebäudes direkt am Konstanzer Hafen fertig sein. Viele Jahre lang wurde im Gemeinderat diskutiert, wie die aus den 1960er Jahren stammende Gestaltung mit Brunnenanlage zeitgemäß in die Zukunft geführt werden könne.

Planungen gab es zuhauf. Ende 2019 stimmten die Bürgervertreter schließlich dem Entwurf von Thomas Stegmann zu. Ihm war es gelungen, die Kosten auf 150.000 Euro zu reduzieren und gleichwohl dem Ziel der Attraktivitätssteigerung des Platzes gerecht zu werden.

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Mit der Gestaltung will Stegmann an die Historie des Ortes erinnern, schließlich wurde das Konzil 1388 bis 1391 als Warenhaus erbaut. Die trapezförmig angelegten Staudenbeete zwischen dem Gebäude und der Wiese symbolisieren Lagerplätze. Die Blumeninsel Mainau übernimmt die Bepflanzung. Gartenbaudirektor Markus Zeiler suchte robuste Pflanzen aus, welche der sommerlichen Hitze standhalten, der Biodiversität dienen, Insekten Nahrung bieten und schön anzuschauen sind.

Auszubildende der Insel Mainau GmbH und der Technischen Betriebe Konstanz (TBK) bepflanzten im Mai 2019 die vier vorbereiteten Staudenbeete zwischen Konzil und Wiese. (Archivbild)
Auszubildende der Insel Mainau GmbH und der Technischen Betriebe Konstanz (TBK) bepflanzten im Mai 2019 die vier vorbereiteten Staudenbeete zwischen Konzil und Wiese. (Archivbild) | Bild: Scherrer, Aurelia

Die Brunnen samt Betonbecken und Technik werden wiederverwendet, nun aber rund eingefasst und werden künftig in verschiedenen Farben illuminiert. Um die Brunnen herum sollen Holzdecks zum Sitzen, Liegen und Verweilen einladen.

Das eine Holzdeck verfügt über eine Rückenlehne, auf einem anderen können es sich Verliebte gemütlich machen, es gibt eine klassische Sitzbank, aber auch eine reine Liegefläche sowie einen barrierefreien und damit auch für Rollstuhlfahrer geeigneten Bereich. So können es sich Einheimische und Gäste ab dem kommenden Jahr an dem historisch geprägten Ort gemütlich machen.

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