Die Polizei Konstanz berichtete in den vergangenen Wochen mehrmals über betrunkene Radfahrer, die entweder in Unfälle verwickelt waren oder aus dem Verkehr gezogen wurden. Zuletzt stürzte ein 54-jähriger Mann am Sonntagnachmittag in der Torkelbergstraße in Litzelstetten, er wurde mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Ein Alkoholtest ergab einen Wert von 2,9 Promille.

Die Zahl betrunkener Radfahrer scheint anzusteigen

Sieben solcher oder ähnlicher Vorfälle gab es bisher 2020 in der Gemarkung Konstanz. Im gesamten Vorjahr waren es zwölf Unfälle, davon dreimal durch Pedelecfahrer und neunmal durch Radfahrer (inklusive E-Bike). Sandra Kratzer von der Pressestelle der Polizei: „Es ist festzustellen, dass die Zahl der Unfälle im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist, diese liegt aber gleich mit dem Wert aus 2018 und unter dem von 2017.“

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Betrunken Rad zu fahren, ist keine Ordnungswidrigkeit. Die absolute Fahruntüchtigkeit ist zwar erst bei 1,6 Promille erreicht – dann liegt eine Straftat vor. Verursacht ein Radler einen Unfall, hat er aber bereits bei 0,3 Promille eine Straftat begangen. „Ab diesem Blutalkoholwert ist zusammen mit Ausfallerscheinungen die relative Fahruntüchtigkeit erreicht“, so Sandra Kratzer. „Mit nur zwei Rädern treten Fahrauffälligkeiten schneller zu Tage.“

Mit dem Rad in den Biergarten, zu Fuß wieder zurück. Ideal.
Mit dem Rad in den Biergarten, zu Fuß wieder zurück. Ideal. | Bild: Schuler, Andreas

Was rät die Polizei Menschen, die viel getrunken haben und nach Hause radeln wollen? Sandra Kratzer kommt gleich zur Sache: „Nicht fahren! Bitte das Fahrrad stehen lassen und sich per Bus oder Taxi heimbringen lassen oder zu Fuß gehen. Man kann das Rad auch heim schieben.“

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Drahtesel schieben – die vielleicht beste Lösung

Darf man sein Rad auf dem öffentlichen Gehweg schieben, auch wenn man zu viel getrunken hat? Die Polizistin erklärt: „Schiebend werden die Straftatbestände Gefährdung des Straßenverkehrs und Trunkenheit im Verkehr nicht erfüllt.“

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Fahrräder, E-Bikes und Pedelecs, die kein Versicherungskennzeichen benötigen, werden vor dem Gesetz gleich behandelt. S-Pedelecs, also Räder mit Versicherungskennzeichen, gelten als Kraftfahrzeuge. Somit gilt die Promille-Grenze von 0,5, die absolute Fahruntüchtigkeit ist ab 1,1 Promille erreicht.