In Zeiten, in denen Viele öffentliche Verkehrsmittel lieber meiden, um die Kontakte zu reduzieren, werden andere Fahrzeuge umso wichtiger. Konstanz hat da mehrere Alternativangebote: Fahrräder, Lastenräder und seit Kurzem auch E-Tretroller kann man hier ausleihen.

Doch immer wieder werden Leihfahrräder beschädigt, achtlos ins Gebüsch geworfen oder nicht ordnungsgemäß zurückgegeben. Das sagt Lina Formhals, Sprecherin der Stadtwerke Konstanz, die für die Fahrrad-Leihsysteme Konrad und Tink zuständig sind.

Täter kommen oft davon

Den Tätern komme man allerdings leider eher selten auf die Spur. Dabei sind derlei Beschädigungen nicht nur ärgerlich für den Betreiber, sondern auch für die Kunden, die ein solches Rad dann nicht mehr nutzen können. Konkret würden vor allem die Bordcomputer an den Rädern des Öfteren zerstört. Über diese läuft aber das Verleihsystem.

Lina Formhals sagt: „Wenn an den Bordcomputern die Folie eingerissen ist, dringt Feuchtigkeit ins Innere und führt zu Korrosionsschäden an der Elektronik. Ein Kurzschluss führt dann zum Totalausfall des Bordcomputers.“ Die Folge: Das Fahrrad kann nicht mehr genutzt werden.

An der Leihstation am Wollmatinger Bahnhof sind alle Räder ausgeliehen.
An der Leihstation am Wollmatinger Bahnhof sind alle Räder ausgeliehen. | Bild: Jennifer Moog

Eine Welle an Beschädigungen in den vergangenen Wochen

Die Reparaturen seien aufwendig und teuer. Doch nicht nur das sei ein Problem. Gelegentlich würden auch Reifen zerstochen oder Bordcomputer völlig demoliert. In den vergangenen Wochen habe es eine regelrechte Welle an Beschädigungen gegeben, so Lina Formhals weiter. Bordcomputer seien von den Rädern gerissen, manche Räder irgendwo abgestellt oder in Gebüschen gefunden worden.

Das könnte Sie auch interessieren

Ist der Betrieb der Verleihsysteme dann überhaupt noch wirtschaftlich? Nein, sagt Lina Formhals. Aber es sei generell so, dass solche Sharing-Angebote nicht kostendeckend betrieben werden können. Es gehe dabei viel mehr darum, Bürgern und Touristen ein Mobilitätsangebot zur Verfügung zu stellen. Umso ärgerlicher ist es, dass die Räder immer wieder beschädigt oder einfach irgendwo abgestellt werden.

Die Räder zu finden, ist aufwendig

Dass gefundene Räder wieder an ihren Bestimmungsort zurückgebracht werden und so wieder für die Nutzer zur Verfügung stehen, dafür sorgt in Konstanz die Firma Fahrradspezialitäten, ein Partner der Stadtwerke. Doch das Zurückbringen ist aufwendig – denn erst müssen die Räder wiedergefunden werden.

Fahrradspezialitäten ist deshalb auf die Hilfe der Bürger angewiesen, die über Radfunde informieren. Falsch abgestellte Räder können unter Angabe des Fundortes und der Radnummer an den Betreiber gemeldet werden: Per Mail an konrad@fahrradspezialitaeten.com oder über die Telefonhotline unter der Nummer (0761) 45370099.

Viele Bürger seien bereits aktiv geworden und hätten gemeldet, wenn Räder falsch abgestellt wurden, sagt Stadtwerke-Sprecherin Lina Formhals. „Dies zeigt, wie groß der Rückhalt für unser Verleihsystem in der Stadt ist.“

Das könnte Sie auch interessieren

Auch bei der Verfolgung der Täter hofft Lina Formhals auf die Unterstützung aufmerksamer Bürger. Sie appelliert: „Wer beobachtet, dass jemand die Leihräder demoliert, sollte in jedem Fall die Polizei rufen.“ Denn ein Rad zu demolieren, ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat.

Keine Probleme bei E-Rollern

Nicht mit Beschädigungen zu kämpfen hat der Anbieter Bird aus den USA, der in Konstanz seit Ende September E-Scooter zum Verleih anbietet. Laut dem Betreiber wird das Angebot bisher gut angenommen. Tausende hätten die elektrischen Tretroller bereits ausgeliehen. Genaue Zahlen will Bird allerdings nicht nennen. Im Einsatz seien in Konstanz momentan zwischen 80 und 120 der E-Roller.

E-Scooter können fast überall abgegeben werden, wie hier am Wollmatinger Bahnhof.
E-Scooter können fast überall abgegeben werden, wie hier am Wollmatinger Bahnhof. | Bild: Jennifer Moog

Beschädigungen von E-Rollern seien aber weder dem Anbieter noch der Stadt Konstanz bisher gemeldet worden. Anders als bei dem Angebot der Stadtwerke können die E-Tretroller nach beendeter Fahrt fast überall in der Stadt abgestellt werden. Nur in bestimmten Bereichen in Ufernähe darf eine Fahrt nicht beendet werden.

Das könnte Sie auch interessieren