So ganz neu ist er nicht. Torsten Lucht, der am Montag die Nachfolge von Benjamin Brumm als Leiter der Lokalredaktion Konstanz und der Interimsleitung durch Jörg-Peter Rau angetreten hat, gehört seit 35 Jahren zum SÜDKURIER-Medienhaus, und seine Beiträge waren seit geraumer Zeit regelmäßig auch in der Konstanzer Ausgabe zu lesen. In der Funktion des Lokalleiters berichtete er seit Mai 2000 über das Geschehen in Radolfzell und auf der Höri, bevor er Anfang 2017 die Leitung der Lokalredaktion Singen/Hegau übernahm.

Mindestens ebenso wegweisend für die berufliche Entwicklung von Torsten Lucht waren die Jahre zuvor. Nach dem Studium der Germanistik und Politik in Freiburg und Nizza wurde er zunächst beim ALB-BOTE in Waldshut vom Kopf auf die Füße gestellt, bevor er nach einem Abstecher bei der Deister-Weser-Zeitung in Hameln als stellvertretender Lokalleiter in die SÜDKURIER-Redaktion nach Waldshut und danach als Leiter der Lokalredaktion nach St. Georgen wechselte. Es war eine Zeit, in der sich der Lokaljournalismus endgültig von seiner Verlautbarungsrolle emanzipierte und zur Königsdisziplin des Berufsstandes entwickelte.

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Davon jedenfalls ist der 61-Jährige überzeugt, und er begründet dies mit einem vergleichsweise simplen Umstand. Für ihn unterliegen Informationen und Einschätzungen im unmittelbaren Umfeld der Leser einer ganz anderen Kontrolle als dies bei größerer Distanz der Fall sein kann. „Die Verpflichtung zur Wahrhaftigkeit und Stichhaltigkeit von Kritik erfordert im Lokaljournalismus ein hohes Maß an Sorgfalt, aber auch an menschlicher und sozialer Kompetenz“, sagt Torsten Lucht, der außerdem aus Erfahrung weiß, dass es in diesem wie in anderen Geschäften Unfehlbarkeit nicht gibt.

Hang zum hohen Norden

Das dafür erforderliche Maß an Gelassenheit eignet sich der neue Chef der Lokalredaktion Konstanz zumeist auf einer Fläche von einem halben Quadratmeter an. Es handelt sich um einen Ohrensessel, der ihm beim Lesen für die kleinen Fluchten des Alltags genügt. Die größeren Fluchten führen ihn mit seiner Frau Karin seit rund 30 Jahren nach Schweden.