Das ist spitze: SÜDKURIER-Leser haben in der Adventsaktion „Wir helfen mit“ der Lokalredaktion Konstanz 109.538 Euro gespendet, so viel wie schon seit Jahren nicht mehr. Das geht aus Zahlen hervor, die die Organisationen auf Nachfrage melden. Spitzenreiter ist die Ambulanz für Obdachlose am Lutherplatz. Für diese gingen nach Angaben von Jörg Fröhlich vom Träger, dem AGJ-Fachverband, 25.000 Euro an Zuwendungen aus der Aktion „Wir helfen mit“ ein.

Richtig viele Spenden hat auch der Tafelladen bekommen, der Lebensmittelspenden von Supermärkten, Bäckereien und Gemüseproduzenten sammelt und zum Sonderpreis in seinem Laden am Gottmannplatz anbietet. 19.590 Euro seien seit Erscheinen des Artikels im Dezember bei der Hilfsorganisation eingegangen, berichtet Chefin Anita Hoffmann. Sie ist froh, das sie immer wieder auf Spenden zurückgreifen kann, um die hohen laufenden Kosten zu decken, etwa für die Miete und die Fahrer, die das Team der ehrenamtlichen Helfer ergänzen.

Der Bügelservice Indigo, ein gemeinnütziges Unternehmen, das Behinderten Arbeit gibt, verzeichnet 10.203 Euro an Spenden. Vom Rotary-Club Konstanz-Rheintor kommen davon 2000 Euro. Mit den Geldern ist es möglich, neue Profibretter anzuschaffen, bei denen der Abzug von Dampf technisch integriert ist. Die Leser des SÜDKURIER hatten im vergangenen Jahr mit 8500 Euro dazu beigetragen, dass das Unternehmen neue Bügelstationen anschaffen konnte.

Immer wieder hat eine hohe Einzelspende dazu beigetragen, dass sich Hilfswerke über hohe Zuwendungen freuen konnten. So haben die Malteser für die Betreuungsangebote für Demenzkranke im Café Malta 3845 Euro bekommen, davon allein 3000 Euro vom Nachbarschaftsladen Weitergetragen, wie Gisela Zöller von der Sozialarbeit der Maltester sagt. In diesem Geschäft, das keine Profite macht, arbeiten rund 25 Ehrenamtliche, um gespendete Kleider, Schuhe und Bücher günstig abzugeben, aber auch Arbeitsmöglichkeiten für Benachteiligte zu schaffen und Gewinne an gemeinnützige Organisationen weiterzugeben. So hat ein Gemeinwohlunternehmen einem anderen geholfen.

Weiterhin werden ehrenamtliche Helfer gesucht

Die Geldmittel reichten in jedem Fall aus, um neue Sitzmöbel für die Demenzkranken anzuschaffen. Dennoch ist die engagierte Frau bei den Maltesern ein wenig traurig: sie weiß, dass der Bedarf an Betreuungszeiten im Café Malta hoch ist, und würde diese gern ausweiten und damit Angehörige entlasten, die einen Demenzkranken pflegen. Doch es fehlt an ehrenamtlichen Helfern. Um die Angebote im Café auszubauen, braucht es Menschen, die sich engagieren. Zöller hofft, dass sich diese noch melden (Mailkontakt: gisela.zoeller@malteser.org).

„Wir freuen uns sehr darüber“

Ebenfalls über eine große Einzelspende freut sich Pro Familia, die in einem Projekt Männern zeigt, wie sie aus der Gewaltspirale aussteigen. Unter den Spenden in Höhe von 3350 Euro seien 2500 Euro auf eine Einzelspende zurück zu führen, sagt Doris Wilke, Leiterin der Pro Familia.

Einige Organisationen zeigten sich überrascht über die Höhe der Spenden: Das Netzwerk Save me, das für die Integration von Flüchtlingen sorgt, hat 9895 Euro bekommen, die sie für die Menschen einsetzen kann, die in Deutschland ein neues Leben aufbauen.

Der Verein Frauen helfen Frauen in Not kann mit 6500 Euro Frauen unterstützen, die vor ihren gewalttätigen Männern fliehen. „Ich glaube, das ist die höchste Summe, seit wir an der Aktion teilnehmen. Wir freuen uns sehr darüber“, sagt Claudia Nicolay, eine der psychologischen Fachberaterinnen.

Hier wird noch finanzielle Hilfe benötigt

Andere Institutionen gingen fast leer aus, darunter auch eines der sozialen Schwergewichte in Konstanz. Die Caritas verzeichnet für ihre Schuldnerberatung lediglich Spenden in der Höhe von 550 Euro. Dabei bräuchten die Fachberater dort dringend einen Topf an Geldmitteln, aus dem sie unbürokratisch Überbrückungshilfen leisten könnten, sagt Jochen Trautner vom Beratungsteam.

Wenig Spenden sind auch für das Schulschiff Hörnle eingegangen. Lediglich 420 Euro verzeichnet der Verein Lernen Fördern.

Sehr wenig Unterstützung hat auch die Außenwohngruppe des Zentrums für Psychiatrie Reichenau bekommen. Für die Internetanschlüsse der Bewohner, die sich auf ein Leben ohne Psychiatrie vorbereiten, sind gerade mal 280 Euro eingegangen.