Nun also doch: Nach langem Hin und Her sowie vielen wütenden Bäderpass-Besitzern reagiert die Bädergesellschaft Konstanz und lässt die Saisonkarten wieder zu. Diese waren im Zuge der Neueröffnung der Konstanzer Bäder nicht mehr akzeptiert worden. Besucher mit einer Saisonkarte mussten deshalb ein normales Tagesticket bezahlen.

Die Stadtwerke hatten in den vergangenen Wochen angekündigt, dass sie die Situation in den Freibädern beobachten und gegebenenfalls Anpassungen durchführen wollten.

Problem war das Kassensystem

Laut der Bädergesellschaft war es dem Kassensystem geschuldet, dass Besitzer des Bäderpasses und anderer Saisonkarten am Eingang den regulären Eintrittspreis bezahlen mussten. So sei es während der dreimonatigen Schließungsdauer nicht möglich gewesen, eine spezifische Software für Bäderpässe oder S‘Kärtle entwickeln zu lassen, welche die in unterschiedlichen Formaten vorhandenen Daten in ein Online-Ticketing-Modul integriert hätte.

Die Stadtwerke sagten dazu: „Die Kassenhersteller für Schwimmbäder sind im Moment auch ohne Extrawünsche ganz besonderen Anforderungen ausgesetzt und setzen auf Standardlösungen.“ Außerdem sollte die Regelung Warteschlangen entgegen wirken. Die hätten sich bei einer Akzeptanz der Saisonkarten nicht vermeiden lassen können, da viele der Saisonkarten im Umlauf wären.

Besucherzahl war noch vorhersehbar

Zudem sei die Besucherzahl unter den veränderten Bedingungen im Vorhinein nicht prognostizierbar gewesen. Robert Grammelspacher, Geschäftsführer der Bädergesellschaft sagt: „Bei einer Akzeptanz der Baderpässe zum damaligen Zeitpunkt wäre die Besucherzahl für uns nicht planbar gewesen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Vor diesem Hintergrund habe man sich dazu entschieden, zunächst ohne S‘Kärtle und den Bäderpass zu beginnen. Der Ärger unter den Saisonkarten-Besitzern war groß. Doch nun werden Saisonkarten ab Freitag, 10. Juli, wieder akzeptiert.

Saisonkarten werden wieder angenommen

Robert Grammelsbacher sagt: „Am letzten Wochenende hatten wir endlich Sommertage, die zum Praxistest geeignet waren. Auf dieser Basis ändern wir jetzt die Kontingente für den Direktverkauf und werden die Bäderpässe wieder annehmen.“ Zusätzlich erhalten Besitzer eine Zeitgutschrift vom 14. März, Tag der Schließung, bis zum 31. Juli, also eine Verlängerung der Laufzeit von 140 Tagen.

Bild: Eva Marie Stegmann

Josef Siebler, Pressesprecher der Stadtwerke Konstanz erklärt das Vorgehen beim nächsten Badebesuch: „Inhaber von Bäderpässen oder des Kärtles begeben sich an die Kasse und erhalten ein Freiticket beziehungsweise bezahlen mit dem Kärtle-Rabatt.“

Das könnte Sie auch interessieren

An der Kasse solle der jeweilige Kunde gleich sagen, dass er mit dem Kärtle bezahlen möchte. Eine Buchung über das Online-Ticketing oder eine Reservierung ist allerdings weiterhin nicht möglich. Wer keinen Pass oder Kärtle habe, solle über den Onlineshop buchen und dann direkt zur Kasse gehen.

Es dürfen mehr Gäste ins Bad

Und noch eine positive Nachricht: Das Freibad der Therme darf nach zuletzt 800 Gästen täglich nun 1050 Gäste einlassen, das Rheinstrandbad 340. Siebler sagt: „Der letzte Sonntag mit erstmals 1000 Besuchern im Thermenfreibad hat gezeigt, dass alle Regeln eingehalten werden können.“ Aus diesem Grund dürfe man nun auch Shampoo in der Dusche benutzen, dies war bisher verboten.

Laut Josef Siebler sei allerdings aufgrund der begrenzten Besucherzahl davon aufzugehen, dass an einigen Tagen nicht alle Gäste aufgenommen werden können. So verzeichne das Freibad der Therme an einigen Tagen im Sommer auch 2000 Besucher.

Besitzer von Jahreskarten sind froh

Dass die Saisonkarten wieder akzeptiert werden, freut vor allem Gordon Hügel. Der 40-Jährige fragte sich, warum er mit Familie jeweils 20,70 Euro als Eintrittsgeld bezahlen muss, obwohl er mit dem Familienpass für 345 Euro doch ein Jahr lang freien Zugang hat. Gordon Hügel sagt: „Logisch, meine Familie und ich freuen uns, wenn das jetzt wieder funktioniert. Ich finde das jetzt auch okay, weil nicht soviel Zeit seit der Öffnung vergangen ist.“

Gordon Hügel, Bäderpass-Besitzer sagt: „Wir als Familie freuen uns, dass wir den Bäderpass wieder normal nutzen können.“
Gordon Hügel, Bäderpass-Besitzer sagt: „Wir als Familie freuen uns, dass wir den Bäderpass wieder normal nutzen können.“ | Bild: Gordon Hügel

Wenn das Problem länger bestanden hätte, wäre das sehr ärgerlich gewesen. Denn wenn er 16 Mal über die nächsten drei Monate ein Ticket hätte lösen müssen, hätte er die Summe ausgegeben, die ihn die Jahreskarte koste. „Das wäre dann schon sehr happig gewesen“, sagt er. Jetzt kann er sich uneingeschränkt auf seinen nächsten Besuch freuen. Und der komme bald, denn das Wetter soll ja gut bleiben.

Das könnte Sie auch interessieren

Auch Adi Brunner freut sich sehr darüber, dass seine Jahreskarte wieder akzeptiert wird. Er sagt: „Ich gehe drei mal die Woche schwimmen. Als Rentner wären diese 17,49 Euro pro Woche einfach nicht tragbar gewesen. Aber Schwimmen tut einem einfach gut.“ Adi Brunners zusätzliches Glück: Zu seinem 80. Geburtstag hat er schon einen Gutschein für seine nächste Jahreskarte bekommen.