Auch Karin Secci und Ina Naudé vom Konstanzer Fachgeschäft Brautmoden am See beteiligen sich an der bundesweiten Aktion. „Wir wollen kein Mitleid, sondern Aufmerksamkeit und Bewusstsein schaffen“, sagt Naudé.

Nicht bewusst sei vielen, dass Brautmodegeschäfte aus dem Einzelhandelsraster fallen. „Onlineverkauf geht nicht. Brautkleider muss man probieren, spüren; ein Kleid muss bestellt und angepasst werden“, skizziert Karin Secci.

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Ein kleines Sortiment teurer Kleider zur Anprobe außer Haus zu geben, sei schon aus Versicherungsgründen nicht möglich, von der nötigen Beratungsintensität ganz abgesehen.

Naudé und Secci treten wie ihre Branchenkollegen dafür ein, ein „Meet and Collect“ einzuführen. „Dann könnte die Braut mit einer Begleitperson einen Termin zur Anprobe machen“, erläutert Karin Secci. Damit wäre den Fachgeschäften und den Bräuten ein wenig geholfen.

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Die Lockdowns sind, wie Ina Naudé es formuliert, „betriebswirtschaftlich eine Katastrophe“. „Die Soforthilfe im März 2020 haben wir relativ schnell bekommen, aber danach haben wir keinen Cent mehr gesehen“, schildert Karin Secci. Ihr sei bewusst, dass die Auszahlungen bewilligter Hilfen oft sehr spät erfolgten.

Naudé und Secci sind überzeugt, dass ihr Geschäft die Krisenzeit überdauern wird, aber: „Eine Kollegin in Bayern hat 2020 angefangen. Sie fällt durch das Raster, weil sie keine Vorjahreszahlen vorweisen kann“, erzählt Secci.

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„Ein leises Sterben. Sie kann nicht mal einen Räumungsverkauf machen“, meint Naudé. Auch die Konstanzerinnen fühlen sich machtlos, schöpfen aber Kraft durch die Aktion. Sie hoffen, dass die Branche bei der Politik Gehör findet.