Dirk aus Konstanz berichtet über sein Fernweh und die Sehnsucht nach Ruhe. Der Mann, der von sich sagt, er habe schon in Höhlen in Spanien gelebt, berichtet von der Ruhe, die er während der Corona-Zeit in Konstanz genossen habe: „Vielleicht kapieren die Menschen jetzt ein bisschen, wie ruhig es sein kann. Und wie unstressig.“

Momentan fünf Vorgestellte

Dirk ist einer von derzeit fünf Menschen, die der Verein Café Mondial im Kunstprojekt Seegeschichten vorstellt. Ziel der Gruppierung, die sich üblicherweise in der Flüchtlingsarbeit engagiert, ist es, einen neuen Raum für vorurteilsfreie Begegnung zu schaffen und „die Stadt persönlicher zu machen“, wie es in ihrer Mitteilung heißt.

Anders als im Palmenhauspark im Paradies, wo der Verein das reale Café Mondial öffnet, ist der neue Begegnungsraum aktuell nur digital zu erleben, und zwar auf der Internetseite Seegeschichten. Im kommenden Jahr sei noch eine klassische Ausstellung geplant, heißt es von Seiten der Initiatoren.

„Wir brauchen mehr Neugierde und auch Freude daran, vom Gegenüber überrascht zu werden“, sagt Lilith Kugler, eine der Autorinnen des Projekts, das über das Konstanzer Bürgerbudget finanziert wird. Ziel der Initiative ist es, Menschen mit verschiedenen Lebenshintergründen zu Wort kommen zu lassen, und eine Plattform zu bieten, auf der zu sehen ist, was Menschen in Konstanz bewegt.

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Marmeladenbrote im Schatten

Bei den fünf Seegeschichten, die schon im Netz stehen, erfährt der Leser viel darüber, wie die Befragten denken, aber nur wenig über deren Hintergrund. So kommt beispielsweise eine Luise zu Wort, die ihre Gedanken über den menschlichen Kern darlegt. Wer Luise aber darüber hinaus ist, bleibt im Verborgenen.

Filmemacherin Lilith Kugler.
Filmemacherin Lilith Kugler. | Bild: Christiane Keutner

Ebenso ist dies bei Ben, der über die Schönheit des Asymmetrischen philosophiert. Aus Michas Bericht lässt sich lesen, dass er auf dem Bau arbeitet. „Ich musste acht Stunden ein Dach abreißen: viel Staub, Mineralfaser, Sonne. Er sei froh über diese Arbeit, wünsche sich jedoch: „dass wir alle aus dieser Krise gehen und weniger arbeiten müssen und mehr Zeit für anderes haben – wie Marmeladenbrote im Schatten.“

Nicht alle Interviewten sprechen zur aktuellen Krise. Ein Maurizio berichtet beispielsweise über sein Gefühl, nicht in Deutschland sterben zu wollen.

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