Die Aktion an und mit der Imperia hat eine Initiative, herausgegangen aus dem Soroptimist Club International (SI) Konstanz, geplant – zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November. An diesem Tag wird weltweit all der Frauen und Mädchen gedacht, die Opfer von Gewalt waren und sind.

Der 25. November wurde ausgewählt, weil er der Todestag dreier junger Frauen ist, die im Jahr 1960 ermordet wurden. Sie hatten sich einer Menschenrechtsbewegung angeschlossen und mussten dafür mit dem Tod bezahlen. Um allen Frauen, die unter Gewalt leiden, eine Stimme zu geben, wird die Imperia noch bis zum 10. Dezember täglich von 17 bis 24 Uhr orangefarben angestrahlt, heißt es in einer Pressenotiz.

Die Imperia leuchtet in den kommenden zwei Wochen in orangener Farbe, um damit all denjenigen Aufmerksamkeit zu verschaffen, die unter Unterdrückung, häuslicher oder sexueller Gewalt leiden.
Die Imperia leuchtet in den kommenden zwei Wochen in orangener Farbe, um damit all denjenigen Aufmerksamkeit zu verschaffen, die unter Unterdrückung, häuslicher oder sexueller Gewalt leiden. | Bild: Robert Hahn Bauer

Warum wurde die Farbe Orange gewählt? Orangefarben deshalb, weil der Internationale Tag auch Orange Day
(zu deutsch: Orangener Tag) genannt wird und ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt werden soll. Für die Aktion an der Imperia stellen die Stadtwerke die Infrastruktur zur Verfügung, die Technik kommt von der Konstanzer Firma MLD.

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Auch die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes beteiligt sich in Konstanz seit 2001 mit einer Fahnenaktion an diesem Internationalen Tag: In vielen Ländern hängen am 25. November die blauen Fahnen „Frei leben ohne Gewalt“ in der jeweiligen Landessprache, beispielsweise in Nicaragua oder dem Iran, so Erika Korn, Vorsitzende der Ortsgruppe Konstanz. In diesem Jahr widmet sich die Organisation dem Thema Zwangsehe, erklärt Korn. Ziel der jährlich wiederkehrenden Aktion sei es, dass Organisationen wie Terre des Femmes irgendwann nicht mehr gebraucht werden.

Auf Initiative der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes wurden an verschiedenen Stellen in Konstanz blaue Fahnen aufgehängt, die sich gegen Gewalt an Frauen aussprechen. Beispielsweise vor dem alten Rathaus.
Auf Initiative der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes wurden an verschiedenen Stellen in Konstanz blaue Fahnen aufgehängt, die sich gegen Gewalt an Frauen aussprechen. Beispielsweise vor dem alten Rathaus. | Bild: Jennifer Moog

In Deutschland wehen an diesem Tag über 8000 Fahnen, die sich gegen Gewalt an Frauen aussprechen. Und auch die Stadt Konstanz ist 2020 wieder mit dabei. Die Fahnen wurden unter anderem am Brückenkopf der Alten Rheinbrücke, am Alten Rathaus in der Kanzleistraße, am Gebäude der Volkshochschule und des K9, am Landratsamt und am Neuwerk angebracht.

Die Kosten für die Fahnen und das Anbringen trägt Erika Korn oft selbst. Doch das ist ihr egal. Sie sagt: „Es ist so wichtig, auf das Thema aufmerksam zu machen. Dann zahle ich das eben selbst.“ Auf begleitende Vorträge zum Thema muss in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie verzichtet werden.

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Auch der Verein Frauen helfen Frauen in Not e.V. hat in Kooperation mit Konstanzer Apotheken am Mittwoch eine Aktion gestartet, um das Thema ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. In teilnehmenden Konstanzer Apotheken werden seit Mittwoch kostenlos Pflastermäppchen verteilt. Darauf sind die Infos zur Beratungsstelle des Vereins aufgedruckt.

Konstanzer Apotheken verteilen seit Mittwoch kostenlos Pflastermäppchen mit aufgedruckten Informationen zur Beratungsstelle des Vereins Frauen helfen Frauen in Not e.V.
Konstanzer Apotheken verteilen seit Mittwoch kostenlos Pflastermäppchen mit aufgedruckten Informationen zur Beratungsstelle des Vereins Frauen helfen Frauen in Not e.V. | Bild: Frauen helfen Frauen in Not e.V.

In einer Pressemitteilung schreibt der Verein Frauen helfen Frauen in Not e.V.: „Laut Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) haben im Jahr 2019 fast 115.000 Frauen Gewalt in der Partnerschaft angezeigt. Die Dunkelziffer liegt deutlich höher.“ In Deutschland erlebe jede vierte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt durch den Partner oder Ex-Partner.

Auch die Stadtverwaltung ist an der Aktion nicht unbeteiligt. Vor dem Rathaus wird auf Initiative von Terre des Femmes die blaue Flagge gehisst. Außerdem ist die Stadt laut Pressemitteilung Teil einer Informationskampagne.

Mit dem Namen „Stärker als Gewalt“ hat sie das Ziel, das Umfeld eines Betroffenen zu motivieren, auf Hilfsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Im Rahmen der Kampagne hat die Chancengleichheitsstelle ein Video auf der Internetplattform YouTube veröffentlicht. Dort werden Notrufnummern für Betroffene, für mögliche Täter, die Hilfe suchen, sowie für Kinder und Jugendliche veröffentlicht. Initiiert hat die Kampagne das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.