Die Weihnachtszeit galt zunächst als Herausforderung für die Konstanzer Aktivisten der Klimabewegung Fridays for Future, schließlich ist das Camp vierundzwanzig Stunden, sieben Tage die Woche besetzt. Man war besorgt über eine mögliche Unterbesetzung des Camps über die Feiertage, da das Klimacamp hauptsächlich studentisch geprägt ist und viele Mitglieder in dieser Zeit zu ihren Familien zurückkehren.

Es haben sich jedoch viele Unterstützer bereit erklärt, einzuspringen. So beispielsweise Klaus Vollmann, der am 24. Dezember die Schicht bis 22 Uhr übernommen hatte. Einen Weihnachtsbaum gab es nicht, „wir waren uns einig, dass es ein schlechtes Symbol für den Klimaschutz gewesen wäre“, so Vollmann. Auch gefeiert wurde nicht im klassischen Sinne. Doch seien einige Leute überraschend vorbeigekommen und hätten Plätzchen und Tee vorbeigebracht.

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Mit dem Start ins neue Jahr formuliert die Bewegung den Vorsatz, „weiterhin für unsere Forderungen zu kämpfen“. Dabei möchte die Gruppe auch im Jahr 2022 realisieren, im Pfalzgarten ansässig zu bleiben. „Jetzt, wo wir wissen, dass wir es über den Winter schaffen“, so Kleeh.

Zur Bilanz nach mehr als 150 Tagen sagt Thorsten Kleeh: „Wir haben einen Zuwachs erlebt von aktiven Leuten, die das Camp am Leben erhalten.“ Richard Bartscherer ist überzeugt, dass es nicht widersprüchlich sei, mit der eigenen Inkonsequenz zu hadern, aber trotzdem aktiv auf politischer Ebene bezüglich der Klimaziele etwas verändern zu wollen. Willkommen sei jeder, der den entsprechenden Willen mitbringe.

Es geht nicht darum, das Reisen zu verbieten

Es sei eine „individuelle Gewissens- und Entwicklungsfrage“, so Bartscherer. Er lebe inzwischen völlig anders als noch vor fünf Jahren, auch in Bezug auf das Thema Urlaub, das spätestens zu Beginn der Osterferien wieder aktuell werde. Man bemühe sich im Privatleben, der Fokus werde aber darauf gelegt, auf politischer Ebene etwas zu bewegen. Es gehe deshalb nicht darum, Leute zu ermahnen, die gerne in den Urlaub fahren oder die Aussage zu treffen, man dürfe keinen Urlaub mehr machen.

„Ich werde dieses Jahr Freunde in Berlin besuchen, da fahre ich dann mit der Bahn hin“, berichtet Kleeh. Die Bahn habe bereits einen sehr hohen Ökostromanteil. Vollmann, der selbst seit Jahren nicht mehr fliegt, setzt auf CO2-neutrale Transportmittel und Übernachtungsmöglichkeiten. Er empfiehlt den CO2-Rechner auf der Internetseite des Umweltbundesamtes, auf der man beim Planen einer Reise schon im Vorfeld seinen Fußabdruck online berechnen könne.

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