Erstmals ist in Konstanz die Asiatische Tigermücke nachgewiesen worden. Das teilt die Stadtverwaltung in einer Pressenotiz mit.

Elf Eiablagefallen für Tigermücken waren in diesem Jahr entlang der Seestraße angebracht worden, um zu ergründen, ob auch in Konstanz eine Population des gefährlichen Insekts existiert. „Nun wurde ein Stäbchen dieser Fallen positiv getestet“, sagt Anja Fuchs von der Pressestelle der Stadt.

(Archivbild) Blick auf die Seestraße: Hier wurde nun erstmals die Asiatische Tigermücke in Konstanz nachgewiesen.
(Archivbild) Blick auf die Seestraße: Hier wurde nun erstmals die Asiatische Tigermücke in Konstanz nachgewiesen. | Bild: Greta Seeburger | SK-Archiv

Das Landesgesundheitsamt wurde über den Fund informiert. Die aggressiven und tagaktiven Tiere sind laut Gesundheitsminister Manfred Lucha in Baden-Württemberg nicht nur entlang der Rheinebene zu finden, sondern wurden in den vergangenen Jahren auch in Stuttgart, in Heilbronn, den Landkreisen Heilbronn, Esslingen, Ludwigsburg sowie im Rems-Murr-Kreis nachgewiesen.

2015 wurde sie erstmals im Kanton Basel-Stadt nachgewiesen. Weiter nördlich wurde in Karlsruhe, das ebenfalls am Rhein liegt, 2017 die erste Sichtung gemeldet. Schwerpunkte sind Regionen im Land, in denen es im Sommer sehr heiß wird – im Hitzesommer 2022 ist diese Bedingung fast überall erfüllt.

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Da die anderen Fallen an der Seestraße bisher leer waren, geht die Stadt Konstanz zunächst jedoch nicht von einer großen Population aus. „Durch ein rasches, zielgerichtetes Eingreifen kann eine schnelle Verbreitung verhindert werden“, so Fuchs.

Eiweiß tötet die Larven ab

Die Stadt folgt den Empfehlungen der darauf spezialisierten Firma Icybac GmbH aus Speyer und lässt nun in einem Umkreis von 100 Metern um die betroffene Falle einen biologischen Wirkstoff auf der Basis von Bacillus thuringiensis israelensis (Bti) anwenden. Das Eiweiß töte Mückenlarven ab, sei aber für alle anderen Tiere und Pflanzen harmlos, versichert das Unternehmen.

Mitarbeiter der kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) überprüfen 2017 in Karlsruhe eine mögliche ...
Mitarbeiter der kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) überprüfen 2017 in Karlsruhe eine mögliche Brutstätte der Tigermücke. | Bild: Benedikt Spether/dpa

Die Tigermücke brütet in kleinsten Wasseransammlungen, etwa Regentonnen, Eimern, Gießkannen, Blumentöpfen, Untersetzern, Wasserschalen, wassergefüllten Schirmständern, Gullys, verstopften
Regenrinnen und Autoreifen.

Die Eier überstehen Trockenheit und auch kalte Winter. Keine Brutstätten sind dagegen belebte Gartenteiche mit Fischen, Molchen und anderen Bewohnern. Auch Vogel- und Igeltränken sind unbedenklich, wenn das Wasser mindestens alle fünf Tage gewechselt wird.

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Die Asiatische Tigermücke ist ursprünglich im süd- und südostasiatischen Raum beheimatet und wurde über den internationalen Verkehr nach Europa eingeschleppt. Ihr Stich kann starke Reaktionen verursachen; zudem gilt sie als potenzielle Überträgerin von Krankheitserregern, etwa des Dengue-, Chikungunya- und Zikavirus.

Bisher keine Übertragungen bekannt

Bislang gibt es hierzulande allerdings noch keine nachgewiesenermaßen von Tigermücken übertragenen Krankheiten. Vorstellbar ist laut Landesgesundheitsamt, dass ein infizierter Reiserückkehrer von einer Tigermücke in Deutschland gestochen wird und diese die Viren nach Vermehrung in ihrem Körper bei einer weiteren Blutmahlzeit auf eine andere Person überträgt.

Dieses Risiko steige mit zunehmender Zahl der Tigermücken. Daher seien vorbeugende Maßnahmen zur Eindämmung der Populationen sowie ein spezifisches Mückenmonitoring sinnvoll.

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Die Tiere haben eine sehr deutliche, kontrastreiche schwarz-weiße Musterung. Im Vergleich zur einheimischen Stechmücke sind sie mit einem halben bis einem Zentimeter Größe zierlich – sie sind kleiner als eine 1-Cent-Münze. Sichtungen der Tigermücke kann man im Internet melden.