Die Bodensee-Therme in Konstanz hat wieder geöffnet. Doch die Kunden, die eine Jahreskarte für die Therme besitzen und somit normalerweise von einem Preisvorteil profitieren, müssen trotzdem bei jedem Besuch 5,80 Euro bezahlen. Der Ärger darüber ist groß – Änderung aber wohl nicht in Sicht.

Seit dem 15. Juni hat das Freibad der Bodensee-Therme wieder eröffnet.
Seit dem 15. Juni hat das Freibad der Bodensee-Therme wieder eröffnet. | Bild: Eva Marie Stegmann

Jahreskarten-Besitzer Adi Brunner geht dreimal die Woche schwimmen und ist sauer. „Ich hab‘ extra nachgefragt, warum wir das bezahlen müssen, obwohl wir im Besitz einer Jahreskarte sind. Da hieß es, es gelinge nicht, die Kassensysteme entsprechend umzubauen.“

„Warum macht man keine Strichliste?“

Der 80-Jährige hält das für einen Skandal, auch viele seiner Bekannten sind betroffen. So wie Harald Mende. Er sagt: „Warum macht man keine Strichliste mit den Gästen, die eine Jahreskarte besitzen? Früher hätte das doch auch so geklappt.“

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Auch Karla Gaymann darf das Bad mit der Karte nicht betreten, sondern muss zusätzlich ein Ticket online oder an der Kasse kaufen. „Dabei muss ich mit der Jahreskarte ja nicht mal in den Kassenraum, und man könnte besser den Abstand einhalten“, meint die 77-Jährige.

Schuld an dieser Regelung ist laut Josef Siebler, Pressesprecher der Konstanzer Bäder, die Corona-Verordnung. „Ein regulärer Badebetrieb wird diesen Sommer nicht möglich sein, das haben die Landesregierung und die Verbände mehrfach klar gemacht“, sagt er.

Warteschlangen sollen vermieden werden

Bei den Bädern sei das Problem, dass nur eine bestimmte Anzahl an Gästen eingelassen werden dürfe. Warteschlangen seien möglichst zu vermeiden. So werden beim Freibad gemäß der Corona-Verordnung aktuell 800 Gäste täglich zugelassen. Der Tagesticketverkauf erfolge online. Eine Teilmenge an Karten bleibt an der Kasse für den Direktverkauf.

Badepässe und Kärtle könnten nicht kurzfristig beziehungsweise gar nicht in den wegen Corona kurzfristig neu programmierten Ticketshop integriert werden. Da viele dieser Karten im Umlauf sind, ließen sich bei Akzeptanz an der Kasse Warteschlangen wohl nicht vermeiden, wie Siebler deutlich macht. Könnte man mit den Bäderpässen durch das Drehkreuz, wären die Besucherzahl und die Stoßzeiten unkalkulierbar.

Bild: Eva Marie Stegmann

„Wir reagieren stetig auf aktuelle Entwicklungen“, sagt Siebler. Wie mit Bäderpass und Kärtle weiterverfahren wird, entscheide die Bädergesellschaft, wenn einige Erfahrungen gesammelt worden sind. Den Bäderpass-Inhabern werde die Zeit seit dem 14. März, also seit der Corona-bedingten Schließung, gutgeschrieben.

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Für Jahreskartenbesitzer wie Adi Brunner, Harald Mende und Karla Gaymann ist das aber wohl nur ein schwacher Trost. Karla Gaymann sagt: „Wenn ich mit meiner Jahreskarte nicht in die Therme kann, geh ich ans Hörnle.“ Obwohl sie das eigentlich gar nicht möchte.

Und was gilt beim öffentlichen Nahverkehr?

Busse und Fähren fuhren während des Lockdowns mit reduziertem Fahrplan. Josef Siebler, Pressesprecher der Stadtwerke Konstanz, sagt: „Es war zwar ein reduzierter Fahrplan, aber dies entsprach dem reduzierten Aufkommen an Fahrgästen.“

Bei Fähren könnten Kunden aufgrund von Home-Office oder Kurzarbeit ihre Zeitkarten mit einem Bestätigungsschreiben des Arbeitgebers bis zu zwei Monate verlängern. Ob es beim Bus Erstattungen gibt, hänge vom Rettungsschirm ÖPNV ab. Verbände rufen dazu auf, Zeitkarten nicht zu kündigen, um den ÖPNV aufrecht erhalten zu können.

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