Ein rätselhafter Todesfall am Konstanzer Seerheinufer beschäftigt seit Dienstag die Kriminalpolizei. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstagabend in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekanntgaben, war dort in einer Tiefgarageneinfahrt in der Otto-Adam-Straße gegen 3.20 Uhr ein 60-jähriger Mann von einem Passanten entdeckt worden.

Im weiteren Verlauf des Tages verstarb er. Uwe Vincon, Sprecher der Polizei Konstanz, erklärte: „Es ist aufgrund der bisherigen Untersuchungsergebnisse von einem Gewaltdelikt auszugehen.“

Opfer soll unter Alkohleinfluss gestanden haben

Laut Polizei handelt es sich bei dem Todesopfer mutmaßlich um einen alleinstehenden iranischen Asylbewerber aus Konstanz. Als ihn der Passant entdeckte, sei er nicht mehr ansprechbar gewesen, heißt es in der Mitteilung weiter. Weil dieser Zeuge den Eindruck hatte, der 60-Jährige habe erheblich unter Alkohol gestanden, verständigte er die Polizei.

Der von der Polizei alarmierte Rettungsdienst lieferte den Mann anschließend ins Krankenhaus ein. Dort seien, entgegen erster Eindrücke massive innere Kopfverletzungen diagnostiziert worden. Im Tagesverlauf verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Mannes zunehmend, am späten Nachmittag verstarb er schließlich. Die Staatsanwaltschaft Konstanz ordnete die Obduktion der Leiche an, die eindeutige Belege für eine Gewalteinwirkung gegeben haben.

Kriminalpolizei hat mit großem Aufgebot Ermittlungen aufgenommen

Die Kriminalpolizei hat wegen der ungeklärten Todesursache bereis am Dienstag die Ermittlungen aufgenommen. Bei den seither durchgeführten Vernehmungen und durch die Erkenntnisse der Spurensicherung am Fundort konnten die Beamten der zuständigen Kriminalpolizeidirektion Rottweil zunächst keine Anzeichen für ein Verbrechen feststellen.

Nun wurde dort eine 30-köpfige Sonderkommission wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts eingerichtet. Polizeisprecher Uwe Vincon begründete den hohen Personalaufwand: „Es ist schon viel Zeit vergangen, die uns jetzt unter den Nägeln brennt. Deshalb wird da jetzt alles reingesteckt, was verfügbar ist.“ Mit weiteren Erkenntnissen könnte frühestens im Laufe des Freitagnachmittags gerechnet werden.