Das Leben unserer Kinder ist von früh bis spät durchgetaktet. Auf einen Termin folgt der nächste: Ganztagesschule, Hausaufgaben, Hobbys wie Musik oder Sport. Bleibt da neben dem vielen Lernen und Erwachsenwerden überhaupt noch Zeit für ein Haustier?

Die Antwort muss natürlich jeder für sich selbst finden. Aber: Wer sich für ein tierisches Familienmitglied entschließt, tut seinem Nachwuchs etwas Gutes. Vorausgesetzt, es handelt sich um das richtige Tier, die Kinder haben das richtige Alter und keine Allergien oder andere gesundheitliche Beeinträchtigungen.

Grund 1: Gut für die Gesundheit

Stichwort Gesundheit: Ein Tier kann viel Gutes tun für das Wohlbefinden. Kinder mit Haustieren halten sich öfter draußen auf als andere. Dem Hund beim Gassigehen oder der Katze im Garten sei Dank. Frische Luft ist gesund und macht glücklich.

Grund 2: Gut gegen Stress

Man muss aber nicht unbedingt mit den Vierbeinern um die Wette toben, um sich besser zu fühlen. Das geht sogar auf dem Sofa. Ein Tier kann ein gestresstes beruhigen. Die Frequenz des Katzenschnurrens soll eine beruhigende Wirkung haben, einen Hund zu streicheln sorgt dafür, dass der Blutdruck sowie der Pegel des Stresshormons Cortisol im Blut sinken, das haben Studien ergeben.

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„Werden Kinder in einer verunsichernden Situation von einem Hund begleitet, steigt der Stresspegel deutlich weniger an und sinkt viel schneller als bei Kindern, die keinen Vierbeiner an ihrer Seite haben“, sagt Henri Julius von der Universität Rostock.

Grund 3: Gut für die Bindung

Ein Grund könnte sein, dass die Zuwendung zum Hund das so genannten Kuschel-Hormons Oxytocin aktiviert, das auch beim Stillen von Babys und bei gemeinsamen Mahlzeiten ausgeschüttet wird – und Bindung erzeugt.

Man muss übrigens nicht immer gleich selbst ein Tier besitzen. Es gibt hierzulande in jeder größeren Stadt ein Tierheim, in dem der Nachwuchs den Umgang mit Tieren lernen kann. Sei es beim Katzenstreicheln oder beim – anfangs begleiteten – Spazieren mit Hunden.

Grund 4: Gut für die Konzentration

Hunde senken nicht nur Stress, sie erhöhen auch die soziale Kompetenz und die Konzentration von Kindern. Das kann sogar deren schulische Leistungen verbessern.

Grund 5: Gut für die soziale Bildung

Zudem ist der Umgang mit einem Haustier eine wichtige Schule fürs Leben. Kinder lernen, bescheiden zu sein. Sie müssen auf eigene Wünsche verzichten zum Wohl des Tieres. Sie lernen Empathie und Respekt. Vor einem Familienmitglied oder Freund, der Gefühle und Bedürfnisse hat und den es zu lieben und zu akzeptieren gilt, wie er ist.

Grund 6: Gut für das Verantwortungsgefühl

Sie lernen, Verantwortung zu übernehmen. Ein Tier zu haben, heißt nicht nur schmusen und spielen, sondern bringt auch eine Menge Arbeit und Pflichten mit sich. Hier sind besonders die Eltern als Vorbilder gefragt, denn kein Tier eignet sich für ein Kind alleine. Ein Tier ist immer ein Mitglied der ganzen Familie. Wenn die Eltern den Haustierwunsch des Kindes erfüllen, darf das Tier nicht gleich weggegeben werden, wenn der Nachwuchs die Lust daran verliert. Kein Kind sollte auf Kosten des Tiers lernen, Verantwortung zu übernehmen.

Grund 7: Gut fürs Erwachsenwerden

Für ältere Kinder kann das Haustier zu einem wichtigen seelischen Halt und Ansprechpartner in schwierigen Situationen werden. Gegenüber einem Tier fällt es einem Teenager oft leichter, Gefühle zu zeigen. Das Tier fordert nichts, erzählt nichts weiter, bewertet nicht.

Aber: Ein Tier ist kein Spielzeug!

Auch wenn jeder bei der Frage nach dem Haustier die Antwort für sich selbst finden muss, spricht doch mehr dafür als dagegen. Bei dieser Entscheidung gibt es allerdings kein Vielleicht. Ein Tier ist kein Kinder-Spielzeug, das nach Lust und Laune einfach wieder hergegeben oder weggeworfen werden darf.

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Keine Frage, ein Haustier kostet viel – viel Zeit, viel Geld, auch viel Nerven. Es gibt aber auch ganz viel zurück, und das ist wirklich kostbar.

Tiere sind wichtig in unserer schnelllebigen Zeit, können Ruhepol und Ausgleich sein zur Hektik unseres Alltags.

Für uns ist das Haustier ein Begleiter auf einem Abschnitt unseres Lebens. Für das Tier aber sind wir lebenslange Begleiter. Das sollten wir nicht vergessen.